Magst du E-Sport? Es ist noch gar nicht so lange her, da galt E-Sport als etwas, das nur die absoluten Hardcore Gamer ernst nehmen. In den letzten Jahren haben sich die Umstände aber geändert: E-Sport ist jetzt ein Massenphänomen, mit riesigen Investitionen, genauso hohen Gewinnen bei Turnieren und eigenen Sektionen bei großen Sportsendern. Die ESL Pro League hatte dieses Jahr Preisgelder von zwei Millionen Dollar zu vergeben! Wer heute E-Sportler ist, der richtet sein Leben danach aus. Aber woher kommt der Trend und wird er sich in Zukunft noch verstärken?

Gaming für Geld

Was ist E-Sport überhaupt, fragst du dich? Eigentlich genau das, was der Name sagt: Sport aber eben virtuell, bei dem man nicht die Muskeln, sondern die Fingerakrobatik trainieren muss. In oft teambasierten Gefechten treten die Spieler bei gleichbleibenden Regeln gegeneinander an und versuchen, zu gewinnen. Oft wird auf dem PC gespielt, aber auch auf der Konsole und manchmal dem Smartphone. Bekannte E-Sport-Titel sind zum Beispiel Dota 2, League of Legends, Overwatch, Hearthstone oder Super Smash Bros. Wichtig beim Mario-Kloppen: Bei den Turnieren gibt es Zuschauer, Preisausschreibungen und große Sponsoren. Tausende begeisterter Fans feuern ihre Lieblingsteams an und machen Luftsprünge, wenn ihr Idol ihnen ein Autogramm gibt. Du fragst dich, woran das liegt?

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Phänomen

Zum einen kommt die Bekanntheit des E-Sport daher, dass Videospiele immer mehr in den Mainstream vorgedrungen sind. Was in den 80er-Jahren noch eine Beschäftigung für Kinder war, hat sich durch Sega, Sony und Microsoft zu einer Beschäftigung auch für ältere Semester entwickelt. Die Zeit spielt ebenfalls eine Rolle: Die Kinder der 80er-Jahre, die damals begeistert Super Mario Bros. und C64 spielten, sind heute ja schon um die 40 Jahre alt – Videospiele hatten also genug Zeit, um sich in allen Altersgruppen zu etablieren. Dadurch wird auch immer mehr anerkannt, dass es zum professionellen Zocken einiges an Talent braucht: Wer League of Legends auf Turnieren spielt, der muss Talent haben und üben. Gerade bei Online-Games hat jedes Teammitglied eine spezielle Aufgabe, Taktiken und Angriffe müssen immer wieder koordiniert und verfeinert werden. Dadurch steigt das Niveau, wie auch bei anderen Sportarten. Und das wiederum macht die Turniere noch spektakulärer, die Erfolge der Spieler noch beeindruckender. Das perfekte Rezept für begeisterte Fans.

Großer Markt, teure Sponsoren

Auf der anderen Seite verdankt der E-Sport seine Beliebtheit auch zugkräftigen Sponsoren, die darin eine wahre Goldgrube sehen. Das zeigt sich schon daran, dass sowohl Microsoft mit Xbox und Windows 10 als auch Nintendo inzwischen stark auf den E-Sport setzen: Mit Xbox Live Tournaments hat Microsoft eine Plattform geschaffen, die ein schnelles Erstellen und Durchführen von E-Sport-Turnieren ermöglichen soll. Spiele wie Forza Motorsport 7 sind extra auf die E-Sport-Szene ausgelegt: Porsche bewirbt gemeinsam mit Microsoft das Spiel. Überhaupt gibt es immer mehr große Sponsoren für den E-Sport: Wettanbieter Betway sponsert inzwischen sein eigenes E-Sport-Team genau wie Red Bull und noch viele andere große Namen. Das ist auch nur logisch, immerhin nimmt Betway schon seit geraumer Zeit Wetten für Spiele wie Dota 2, League of Legends oder Overwatch an. Die Philadelphia 76ers haben ein großes Investment in das League of Legends Team Apex getätigt. Alisher Usmanov, seines Zeichens der reichste Mann Russlands, hat ganze 100 Millionen Dollar in Virtus.pro investiert. Und auch der FC Schalke 04 hat bereits Geld in den E-Sport gesteckt.

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Fazit

In Zukunft wird der Kampf um die E-Sport-Krone also noch heftiger werden. Microsoft möchte mit der Xbox One X sein Stück vom Kuchen noch vergrößern. Turniere wie die ESL werden mit jedem Jahr größer und locken mit immer höheren Preisgeldern. Bei der Sportschau hat der E-Sport inzwischen seine eigene Kategorie und viele Spielern begeistern sich für die sportlichen Games. Es ist also spannend zu sehen, wohin die Reise geht. Eins ist aber klar: Der E-Sport wird in Zukunft nur noch weiter wachsen und ganz sicher nicht so schnell von der Bühne verschwinden. Wenn du neugierig bist, kannst du dir ja mal ein Turnier anschauen – und staunen, wie nah Videospiele inzwischen den Emotionen klassischer Sportarten wie Fußball oder Basketball kommen.