NIO feiert erstmals operativen Gewinn und den 100 millionsten Batteryswap
In den letzten Tagen, war es rund um NIO sehr turbulent. Erstmals hat das Unternehmen operativen Gewinn erzielt. Genauer im vierten Quartal des Jahres 2025. Mehr oder weniger zeitgleich, hat man den 100 millionsten Batteryswap gefeiert. Doch der Reihe nach.
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Endlich in den schwarzen Zahlen
Lange Zeit wurde NIO von Kritikern belächelt. “Zu teuer”, “das Swap-System rechnet sich nie”, “nur ein Geldgrab”. Doch die Zahlen für das vierte Quartal 2025 sprechen eine andere Sprache. NIO hat es geschafft und zum ersten Mal einen operativen Gewinn erzielt. Die vorläufigen Zahlen des Unternehmens sagen, dass er sich dieser auf umgerechnet etwa 85 bis 147 Millionen Euro belaufen wird.
Das ist ein Meilenstein, den man nicht unterschätzen darf. In einer Zeit, in der viele Hersteller mit der Marge bei E-Autos kämpfen, beweist NIO, dass man mit einem Premium-Ansatz und einem eigenen Ökosystem profitabel sein kann. Das gibt nicht nur den Investoren Vertrauen, sondern auch uns Fahrern – denn es bedeutet, dass die Marke stabil dasteht und wir uns auf weiteren Support und Ausbau freuen können.
100.000.000 Batteriewechsel

Geld ist nicht alles, denn was mich als Technik-Fan fast noch mehr begeistert: Am 6. Februar 2026 hat NIO den 100 millionsten Batteriewechsel (Battery Swap) durchgeführt.

100 Millionen Mal ist ein Auto in eine Station gefahren und kam drei Minuten später mit vollem Akku (90%) wieder raus. Bei etwas mehr als 1 Million verkaufter Autos bedeutet das, dass jedes NIO Auto 100 Mal einen Swap durchgeführt hat…
- Zeitersparnis: Laut NIO wurden dadurch über 83 Millionen Stunden Ladezeit gespart.
- CO2-Effekt: Im Vergleich zu Verbrennern wurden rund 4.170 Tonnen CO2 eingespart.
Seit der ersten Station im Jahr 2018 in Shenzhen ist viel passiert. Mittlerweile stehen allein in China über 3.700 Stationen (viele davon direkt an den Autobahnen). Und auch bei uns in Europa wächst das Netz. Allerdings deutlich langsamer, da in Europa NIO Probleme hat seine Autos an die Kunden zu bringen, was ich nicht wirklich verstehe…
Man kann übrigens die Live-Daten der Swappingstationen auf der offiziellen Seite mitverfolgen: https://www.nio.cn/official-map. Und es gibt ein Fanprojekt, das noch mehr Daten aufbereitet. Immer einen Blick wert: https://nioswaps.com/
NIO: Die Skepsis schwindet
Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, dass das Ladekarten-Chaos (ja, ich schaue euch an, liebe Energieversorger!) ein echtes Hindernis ist. NIO umgeht das Problem mit dem Swap-System elegant. Du brauchst keine Karte, du brauchst kein Kabel – du brauchst nur die App und drei Minuten Zeit. Das ist schon praktisch.
Das Argument der Gegner ist immer, dass die Ladezeit kein Thema sei. Spricht man tatsächlich mit Verbrennerfahrern und verlässt gedanklich mal das Ganze “Laden ist so entspannend”, dann ist der Batterietausch ein ideales Angebot an Vielfahrer und diejenigen, die keine Lust haben um 3 Uhr in der Früh 30 Minuten an einer verlassenen Ladestation im letzten Eck einer Autobahnraststation zu verbringen.
Und dann kommt noch das Argument, dass das doch Geld verbrennt, wenn da 10, 15 Akkus immer in der Station vorhanden sein müssen. Ja, das ist richtig. In einer Power Swap Station sind tatsächlich viele Akkus vorrätig. Doch sie tun etwas: Das lokale Netz stabilisieren. Das wird in China und unteranderem Schweden gemacht. Geschäftsmodell!
Und zusätzlich gibt es noch die Überwachung seitens NIO: Man sieht, wie es einem Akku geht, ob er noch gesund ist und kann in gegebenenfalls einfach aus dem Verkehr ziehen und reparieren.
Fazit
NIO hat geliefert. Sowohl an der Börse als auch an der Station. Für mich ist das ein klares Zeichen, dass wir in der E-Mobilität mehr Mut zu solchen Systemen brauchen. Dass es keine Totgeburt ist und es schlicht funktioniert, zeigt NIO eindrucksvoll.
Nun hoffe ich, dass duch den Markteintritt NIOs in Österreich, die ersten Power Swapping Stationen kommen…


