Vor einigen Wochen ists mich überkommen: Ich habe beschlossen zuhause auf Philips Hue umzusteigen. Darauf folgten Tage intensiver Recherchearbeit, der Kauf und die “Installation”. In diesem Beitrag möchte ich meine gesammelten Eindrücke mit dir teilen.

Viel Recherchearbeit

Vor dem Kauf habe ich einige Stunden damit verbracht Inhalte rund um Hue zu sammeln. Erfahrungsberichte von anderen Nutzern, welche Lampen gibt es und was hat es sich mit dem “ZigBee” Standard auf sich? Da die Lampen doch einiges an Geld kosten, wollte ich wissen ob es Alternativen zu Hue gibt. Die Frage konnte ich für mich mit “Ja” beantworten. Es gibt einige Hersteller, die “ZigBee” fähige Produkte auf den Markt gebracht habe. Neben Hue gibt es Lightify von Osram, Innr hat auch Hue kompatible Lampen im Sortiment. Zumindest hier musste ich mir keine Sorgen machen. Wichtig für mich war, dass ich Alternativen habe, die preislich interessanter sind, aber auch Leuchtmittel anbieten, die Philips nicht hat.

Die Preishürde

Und die liegt doch auf der Hand. Eine “reguläre” LED Lampe (E27) von Philips kostet rund 4€ (!), die Gleiche mit Wlan Funktion wird bei Amazon für rund 18€ verkauft. Der Preis ist doch sehr gesalzen. Bei Aktionen können die regulären LED-Birnen für (wenn man Glück hat, so wie ich letztens) für 11€ das Stück gekauft werden. Derzeit ist sie bei Amazon nicht lagernd und kostet rund 25€ – eine Glühbirne…

Möchtest du die Farbtemperatur ändern, musst du noch tiefer in die Tasche greifen. So kostet eine LED-Birne sage und schreibe 35€ (!). Bei Aktionen fällt der Preis auf knapp unter 30€ – ein irrer Preis. Von den farbigen möchte ich erst recht nicht anfangen… die marschieren in die Richtung Marke “unbezahlbar” bei einem Preis von 60€ das Stück. In Worten: SECHZIG EURO.

Philips Hue White & Color Ambiance E27 LED Lampe Erweiterung, 3. Generation, dimmbar, bis zu 16 Millionen Farben, steuerbar via App, kompatibel mit Amazon Alexa (Echo, Echo Dot)

Philips Hue White & Color Ambiance E27 LED Lampe Erweiterung, 3. Generation, dimmbar, bis zu 16 Millionen Farben, steuerbar via App, kompatibel mit Amazon Alexa (Echo, Echo Dot): Amazon.de: Beleuchtung

Diese Liste könnte ich ewig fortsetzen. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Preisgestaltung von Philips bei seinen Hue Lampen alles andere als attraktiv ist. So wundert es mich nicht, dass Osram oder Innr ZigBee Systeme anbieten, die sich in das Hue-Ökosystem einbinden lassen. Die sind teilweise deutlich günstiger und funktionieren wie “das Orginal”.

Die Anschaffung

Nun, du kannst dir sicher vorstellen, dass ich die eine oder andere schlaflose Nacht verbracht habe. Ich konnte mir selbst einfach nicht schlüssig argumentieren, so viel Geld für simple LED Glühbirnen auszugeben. Das Thema “convenience” greift hier nicht. Doch es kam alles anders, wie immer im Leben. Es war mal wieder ein Amazon Angebot schuld daran.

Zwei weiße E27 Lampen und die Bridge haben im Set unter 60€ gekostet. Regulärer Preis: 72€. Okay, dachte ich mir. Kaufst jetzt mal zwei Stück, schaust dir das einige Wochen an und schaust dann weiter. Du hast schon für anderes Klumpert schon viel mehr Geld ausgegeben (hier zähle ich auch die unzähligen Freitag/Samstag-Fortgeh-Abende hinzu…) – da tun dir die knapp 60€ nicht weh.

Gesagt getan. Einen Tag später, Amazon typisch, kam das Paket auch schon an und ich konnte es kaum erwarten die auszupacken und zu installieren.

Die Installation

Ich habe mich entschieden, auch mit Rücksprache mit meiner Freundin, die zwei Wohnzimmer-Lampen zuverhuesieren (Copyright Marijan Kelava 2016). Das Setup war denkbar einfach. Bridge ausgepackt, an den Strom und Lan (ja, via Kabel) angeschlossen, die App “Huetro” auf meinem Lumia 950 XL installiert, die Bridge finden lassen und das wars. Das System war startklar. Als nächstes waren die Birnen dran. Die alten Stromsparlampen raus- und die neuen Hue-Lampen reingeschraubt und das Licht eingeschalten. Puh, die sind (im vergleich zu vorher) ziemlich hell! In der App schienen die zwei Glühbirnen auch schon auf. In der App habe ich dann den Raum “Wohnzimmer” erstellt, die Lampen entsprechend ihrer Position benannt und schon waren sie in einem Verbund und ready to go. Kleines Detail am Rande: Die Cortana Integration ist grandios und witzig. Und ich nutze sie tatsächlich!

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Die Alltagsnutzung

Seit nun etwas mehr als einem Monat ist Hue jetzt ein Teil unseres Haushaltes und wir möchten das System so eigentlich nicht mehr missen. Nicht nur die Tatsache, dass die Freundin die Lichter einfach via NFC-Tag einschalten kann (ein Tag ist bei der Haustür angebracht) und von einem beleuchteten Vorzimmer empfangen wird, sondern auch weil das Licht dimmbar ist. Für alle Plattformen gibt es sehr gute und funktionelle Apps, die alles erleichtern.

Was uns noch fehlt: Es kann mal sein, dass das Handy nicht bei der Hand ist oder die Hände voll mit Einkaufssackerl ist. Und hier würde noch ein Bewegungsmelder passen. Den habe ich auch schon bestellt. Dieser wird bei der Eingangstür angebracht, sodass das Licht angeht, sobald die Tür aufgeht.

In der Zwischenzeit habe ich auch schon den Bewegungsmelder gekauft und im Vorzimmer installiert. Jedes mal, wenn nun meine Freundin oder ich nach Hause kommen, geht das Licht automatisch an. Darüberhinaus wird das Licht aktiviert, wenn wir uns die Jacken oder Schuhe anziehen wollen. Das ist unheimlich praktisch – und ja, man gewöhnt sich sehr schnell an diesen Komfort. Wir sparen uns außerdem “eine Menge” Strom, da wir nun zwei statt 6 Glühbirnen verwenden, die vorher normale 60 Watt Heizstrahler waren.

Der Vormieter der Wohnung hat sich entschieden zwei Deckenlampen (Arbeits- und Wohnzimmer) mittels Halogenlampen zu betreiben. Die sind zwar schön hell, aber erstens teuer und zweitens brauchen die Teile einfach abnormal viel Strom. Unser problem ist, dass die Hue Varianten von diesen Spots ebenfalls viel Geld kosten. Philips verlangt über 30€ pro Spot. Ein weiteres Problem ist, dass diese Spots mit rund 300 Lumen auch dunkel sind… Ob wir das Ganze Teil ersetzen oder komplett weggeben, ist unklar. Mal schauen.

Erweiterungen

Neben dem Wohnzimmer, sind jetzt noch die Kühe und das Vorzimmer dazu gekommen. Die Lampen sind so hell, dass wir von insgesamt sechs Glühbirnen, auf zwei Hue reduziert haben. Und das fast ohne an Helligkeit eingebüßt zu haben. In der Küche kommt jetzt auch eine zum Einsatz. Und alle lassen sich mit der App steuern. Sehr praktisch.

Leider ist die Leuchtmittel- und Lampenwahl unseres Vormieters suboptimal gewesen. In der Küche zb. ist es nahezu unmöglich auf stromsparende Birnen zu setzen, da es dafür keine Produkte gibt. Im Bad ebenfalls.

Fazit

Wir sind mittlerweile große Hue Fans geworden. Das System ist super einfach und bringt viele Vorteile mit sich. So schaltet sich jeden Tag um halb 7 in der Früh das Licht im Wohnzimmer ein. Gedimmt, versteht sich. So muss ich (im Winter) nicht im dunklen herumlaufen und mir das Bett herbei wünschen. Beim Verlassen der Wohnung reicht es, dass ich das Licht am Handy ausschalte. Und nähere ich mich der Wohnung, so meldet IFTTT meiner Hue Brigde: Schalte die Lichter ein, Marijan kommt nach Hause. Im Winter ist das sehr schön, da ich nicht in die dunkle Wohnung komme. Wie schön wäre das bei der Heizung…

Mittlerweile haben wir überall dort Hue Lampen angebracht, wo es Sinn macht. Im Wohnzimmer, in der Kühe das Hauptlicht und im Vorzimmer. Dort brennt das Licht am häufigsten und längsten. Die Hue Birnen haben hier klassische 60 Watt Glühbirnen ersetzt und ich denke, dass wir da und dort sicherlich das eine oder andere Watt an Strom sparen werden.

Die Kosten für Neuanschaffung von Glühbirnen werden auch deutlich runter gehen, da die Lebensdauer der LEDs von Philips bei 25 000 Stunden angegeben wurde. Geld werden wir uns hier aber keines sparen. Die Philips Hue Lampen sind so teuer, dass wir uns hier nicht wirklich was sparen werden. Würde ich auf normale LEDs setzen, dann könnte dieser Effekt durchaus eintreten.

Meine Wünsche

Ich würde mir eine Reihe Hue-fähiger Produkte wünschen. Ob sie von Philips kommen oder einem anderen Hersteller ist mir in Wahrheit egal. Hier gibt es viel Potential, das bei weitem noch nicht ausgeschöpft wurde. Wie wäre es mit Hue-Fassungen? Oder einer Steckdosenleiste, wo ich jede Steckdose einzeln steuern könnte? Und so weiter. Ich denke hier weiter, weil was passiert, wenn die Hue Birne dann doch eines Tages den Geist aufgibt? Das Wlan Modul ist ja dann noch okay, aber der rest nicht. Hier wird funktionierende Technologie weggeschmissen. Schade. Wieso kann dieses Element nicht ersetzt werden bzw. einfach das LED-System.

Vielleicht erlebe ich das eines Tages ja noch. In der Zwischenzeit erfreuen wir uns zuhause an der Tatsache, dass wir das Licht mit unseren Smartphones ein- oder ausschalten und dimmen können. Schön.

Du?

Wie schaut es bei dir aus? Hast du Philips Hue bei dir zuhause? Wie ist dein Eindruck?

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2 Comments

  • Mat
    Posted 16/02/2017 at 10:40 0Likes

    Mir ist das zu doof, einen Internet Anschluss haben zu müssen, damit das Licht an geht. Wenn der Bagger das Telefon Kabel erwischt, bleibt es dunkel?

    • Marijan Kelava
      Posted 16/02/2017 at 12:08 0Likes

      Nein, Mat 😉 Sollte dein Internet (wie oft kommt es denn vor, dass ein Bagger deine Telefonleitung durchtrennt?) ausfallen, kannst du deine Lampen einfach via Ein-Aus Schalter bedienen 😉

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