Dank Technik von Nvidia: Mercedes CLA fährt bald autonom
Auf der CES 2026 haben Mercedes-Benz und Nvidia gezeigt, woran sie die letzten Jahre gearbeitet haben. Die ersten Testfahrten im neuen Mercedes CLA mit der Nvidia DRIVE Software deuten darauf hin, dass die Stuttgarter beim autonomen Fahren einen deutlich anderen Weg einschlagen als die Konkurrenz aus den USA: Weniger Experimente, mehr Komfort.
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Die Zusammenarbeit zwischen Mercedes und dem Chip-Riesen Nvidia ist nicht neu, aber mit dem kommenden CLA wird sie erstmals greifbar. Das Fahrzeug nutzt die Nvidia DRIVE AV Software und den leistungsstarken Orin-Prozessor. Ich habe mir die technischen Details und den interessanten Erfahrungsbericht von The Verge genauer angesehen.
„Langweilig“ als Qualitätsmerkmal
Im Bereich des autonomen Fahrens – speziell beim Stadtverkehr – haben wir uns fast schon an ruckartige Lenkmanöver oder plötzliche Bremsungen gewöhnt, die man oft in Videos von Beta-Testern anderer Hersteller sieht. Der Bericht von Andrew Hawkins (The Verge), der in San Francisco eine Testrunde drehen durfte, beschreibt das Erlebnis im Mercedes jedoch völlig anders: Die Fahrt war unspektakulär.
Und genau das ist das Ziel. Das System fuhr defensiv, hielt großen Abstand zu geparkten Lieferwagen und navigierte „höflich“ durch den Verkehr. Es wirkt weniger wie ein Computer, der versucht, so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen. Und wer schon mal mit dem Auto quer durch San Francisco fahren durfte, ich hatte zwei Mal die Ehre – einmal im April 2015 und dann vier Jahre später im September 2019, der weiß: Das ist kein einfaches Pflaster. Chaos wo das Auge schaut. Und gerade da beeindruckt die Demo von Nvidia und Mercedes.
Der technische Unterschied: Sensor-Fusion
Ein spannender Punkt ist die technologische Philosophie, die Mercedes und Nvidia hier verfolgen. Anders als etwa Tesla, das rein auf Kameras setzt, nutzt der neue CLA aud die Fusion von mehreren Sensoren. Das bedeutet, das System verlässt sich auf drei Säulen:
- Kameras
- Radar
- Lidar
Diese Kombination schafft Redundanz. Wenn die Kamera von der tiefstehenden Sonne geblendet wird, „sehen“ Radar und Lidar trotzdem das Hindernis. Das kostet in der Produktion natürlich mehr, bietet aber eine zusätzliche Sicherheitsebene.
Eine Nvidia-KI, die sich erklärt
Ein weiteres Highlight aus der Nvidia-Pressemeldung ist der Einsatz neuer KI-Modelle (Vision Language Models). Das System erkennt nicht nur Objekte, es versteht den Kontext. Im Test zeigte das Display beispielsweise an: „Warte auf Fußgänger“. Das Auto kommuniziert also seine Entscheidungen an den Fahrer. Das ist ein wichtiger psychologischer Faktor: Wenn ich weiß, warum das Auto bremst, baue ich schneller Vertrauen in die Technik auf.
Fazit
Der neue Mercedes CLA mit der Nvidia-Technik wird voraussichtlich noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Der Ansatz wirkt sehr deutsch: Sicherheit und Komfort gehen vor Experimentierfreude. Für den Endkunden bedeutet das: Wir bekommen vielleicht nicht sofort ein Auto, das überall vollautonom fährt, aber dafür ein Assistenzsystem (Level 2++), das im städtischen Stop-and-Go oder auf der Autobahn echte Entlastung bietet.


