Nio (und Firefly) endlich in Österreich angekommen
Es schien wie eine kleine Randnotiz, denn anders kann ich es mir nicht erklären: NIO ist seit Anfang November in Österreich offiziell angekommen. Als Aktionär des Unternehmens hätte ich mir hier mehr Kommunikation seitens der Marke gewünscht. Nicht nur in Form von Werbung, sondern auch als Info und Postings auf Plattformen.
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Wer bringt die Autos zu uns?

Anders als beim reinen Direktvertrieb in Deutschland und anderen Ländern in der EU, läuft das in Österreich über einen Importeur. Hinter NIO Österreich steckt die ungarische AutoWallis-Gruppe.
Für dich heißt das: Es gibt echte Ansprechpartner vor Ort. Zum Start sind zwei Händler mit an Bord:
- Firma Lampelmaier in Mattsee
- Auto Auer GmbH mit Standorten unteranderem in Krems oder St. Pölten
Wenn du also in Salzburg oder im Raum St. Pölten bzw. Kremst wohnst, hast du die ersten Ansprechpartner fast vor der Tür.
Die Modelle: Premium und ein Preisbrecher
Nio startet bei uns nicht mit der vollen Palette, die es in Deutschland gibt (dort haben sie ja noch die großen 7er und 8er Modelle), sondern konzentriert sich auf die etwas kompaktere „Mittelklasse“ – wobei die Preise definitiv Premium sind.
Hier der Überblick, was du ab sofort bestellen kannst:
- Nio ET5 (Limousine): ab 59.990 Euro
- Nio ET5 Touring (der Kombi): ab 60.990 Euro
- Nio EL6 (SUV): ab 64.990 Euro
- Nio EL8 (SUV): hier gibt es noch keine Preise
Der Firefly, das bezahlbare E-Autos aus dem Hause Nio, startet bei 29.990 Euro. Damit greift Nio direkt im Segment der kompakten City-Stromer an, wo die Konkurrenz ja gerade erst wach wird.

Das große Fragezeichen: Battery Swap Stations
Das technisch coolste Feature an Nio ist ja eigentlich das „Power Swap“-System. Statt rund 30 Minuten zu laden, tauschst du in 5 Minuten den ganzen Akku. In Deutschland stehen schon 21 dieser Stationen. In ganz Europa sind es 61. Hinzu kommen noch 27 Ladehubs mit insgesamt 67 Steckern.
Für Österreich? Da gibt es noch keine offizielle Info. Es gibt keine Swap-Stationen. Annelies Reiss, die Brand Directorin für Zentraleuropa, spricht zwar von einem „ganzheitlichen Mobilitätserlebnis“ und der Mission „Blue Sky Coming“, aber ob und wann wir hier die ersten Wechselstationen sehen, bleibt offen. Ohne diese Stationen ist ein Nio „nur“ ein sehr schönes, technologisch vollgestopftes E-Auto, verliert aber sein größtes Alleinstellungsmerkmal.

Hinzu kommen noch die, leider, sehr überschaubaren Verkaufszahlen in Europa. Obwohl das Angebot von Nio vor allem diejenigen trifft, die keine Freunde des Ladens sind: Das Swapping ist ähnlich schnell wie tanken.
Mein Fazit

Es ist gut, dass Nio endlich da ist. Dass sie Firefly direkt zum Start mitbringen, ist interessant, denn genau in dem Preisbereich unter 30k suchen viele Leute gerade. Die Preise für die Hauptmodelle sind selbstbewusst – da wird sich zeigen, ob die österreichischen Käufer ohne ein bestehendes Netz an Wechselstationen bereit sind, zuzugreifen.
Mein “Problem” mit dem Markteintritt ist, dass niemand davon weiß. Es haben paar Medien darüber berichtet, aber es gibt keine Werbeschaltungen, keine Anzeigen oder Werbungen. Weder für die Nio Modelle noch für den Preisbrecher Firefly. Opel mit dem Frontera, um ein Beispiel zu nennen, zeigt wie es geht. Auto unter 30.000€, kleine Leasing-Rate und das Teil verkauft sich wie warme Semmeln. Ich kenne mindestens 7 Leute, die sich den elektrischen Frontera geholt haben.
Ich als Nio Fan und Aktionär, werde mal beim Importeur fragen, ob ich eines der Fahrzeuge euch vorstellen darf.


