Welche Ladekarte brauche ich in Österreich (2026)
Du bist Elektroauto-Neuling und hast deinen alten Verbrenner gegen einen Elektro getauscht oder denkst darüber nach in Zukunft elektrisch zu fahren? Dann ist dieser Guide für dich gedacht. Hier möchte ich dir zeigen, welche Ladekarten oder Anbieter für dich interessant sein könnten.
Inhaltsverzeichnis
Disclaimer
Weder bekomme ich von einem der Anbeiter Geld für eine Empfehlung, noch profitiere ich davon. Ich möchte mit diesem Beitrag mein Wissen mit dir teilen um eventuellen Frust oder Ratlosigkeit zu ersparen. Auch möchte ich es an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass ich ein großer Gegner des Systems der Ladekarten inklusive der Abomodelle bin. Dieses System schadet der Zugänglichkeit und Transparenz. Mehr dazu später.
Punkt 1: Energieanbieter, Bundesland und Wohnort
Diese drei Faktoren sind entscheidend, wenn es um deine Ladekarte geht. Entsprechend deines Wohnortes und deines Energieanbieters, kann es eigene Angebote geben, die so für andere nicht verfügbar sind. Deshalb prüfe beim lokalen Energieanbieter, ob es hier passende Ladeangebote oder Tarife gibt. Auch, weil oft die Ladepreise nur an den eigenen Ladesäulen gelten. Im sogenannten Roaming, dazu gibt es auch dann einen eigenen Punkt, wird es dann (deutlich) teurer.
Ich zähle hier die paar größten Anbieter auf. Sollte für dich kein Passender erwähnt worden sein, bitte schaue auf der Webseite deines Anbieters nach.
| Bundesland | Anbieter | Link |
|---|---|---|
| Wien | Wien Energie: Tanke Wien Energie | https://www.wienenergie.at/privat/produkte/e-mobilitaet/tanke-tarife/ |
| Niederösterreich | EVN: Drive | https://www.evn.at/home/e-mobilitaet/e-mobilitaet-tarifuebersicht |
| Oberösterreich | Energie AG: Energie Mobil | https://www.energieag.at/privat/elektromobilitaet/ladekarte |
| Burgenland | Burgenland Energie | https://burgenlandenergie.at/de/privat/e-mobilitaetstarif/ |
| Steiermark | Energie Steiermark: Elinx | https://elinx.at/#c20 |
| Kärnten | Kelag: Autostrom | https://www.kelag.at/privatkunden/laden-unterwegs.htm |
| Salzburg | Salzburg AG: Stromladen | https://www.salzburg-ag.at/e-mobilitaet/ladeloesungen/ladestationen/ladetarife.html |
| Tirol | Tiwag: Mobil | https://www.tiwag.at/privat/e-mobilitaet/unterwegs-laden/ |
| Vorarlberg | Vlotte: Public | https://www.vlotte.at/ladetarife |
Das sind die Ladekarten der Landesenergieversorger. Es gibt natürlich noch viele Anbieter, die zum Beispiel in der Steiermark das Angebot von Energie Graz oder in Linz von der Linz AG.
Punkt 2: Außerhalb des Wohnortes bzw. Bundeslandes
Ein Vergleichen der Ladetarife ist absolut wichtig und kann viel Geld sparen. So ist es auch von Vorteil mehrere Ladekarten zu haben. Wenn man oft zwischen Wien und Salzburg unterwegs ist, kann es vorteilhaft sein die Angebote der Wien Energie, EVN, Energie AG und der Salzburg AG zu nutzen. Alle Anbieter haben Tarife ohne Grundgebühr. Hol dir deshalb die Apps und Ladekarten und registriere dich dort.
Und für die Autobahn lohnt sich ein Blick über den Energieanbieter-Tellerrand. In Österreich haben Ionity und Co. grundsätzlich Angebote – allerdings mit einem Abo. Beispiel:
IONITY Direct
- Keine Grundgebühr
- Keine Bindung
IONITY Go
- Keine Grundgebühr
- Keine Bindung
IONITY Motion
- Monatliche Grundgebühr: € 5,99 oder
- Jährliche Grundgebühr: € 59,99
IONITY Power
- Monatliche Grundgebühr: 11,99€ oder
- Jährliche Grundgebühr: 119,99€
Wenn ich das mit meinem Wien Energie-Tarif vergleiche, sehe ich, dass ich bei Wien Energie im Roaming für Schnellladesäulen 0,56€ / kWh in Österreich bezahle. Damit ist spare ich mir noch eine Grundgebühr. Deshalb: Vergleichen. Rechnen und schauen, welche Ladesäulen von welchem Anbieter auf meiner Stammstrecke vorhanden sind.
Aber die Wien Energie-Tarife sind nur in Österreich gültig. Wenn es raus aus dem eigenen Land geht, wird es unangenehmer.
Punkt 3: In der EU, im Ausland
Wenn es nicht schon kompliziert genug wäre, legt das Ladekarten- und Roamingsystem noch “eine Schippe” drauf. Denn, wie bereits erwähnt: Die Ladekarten der Energieversorger funktionieren teilweise nicht im Ausland. Teilweise schon und dann auch nur in bestimmten Ländern und bei bestimmten Anbietern.
Deshalb ist es hier umso wichtiger sich abzusichern. Einerseits gibt es die App “Chargeprice” – die hatte ich schon öfter auf meinem Blog erwähnt. Mit dieser kannst du einfach eine Säule auswählen und sehen, welcher Anbieter dort am günstigsten ist bzw. mit welchem Anbieter du dort überhaupt laden kannst.
Wir sind oft in Istrien. Normalerweise lade ich an meiner Wallbox, die ich vor einigen Jahren habe installieren lassen. Doch manchmal muss es schneller gehen und dann nutze ich Chargeprice um herauszufinden, wo gibt es “Schnelllader” und was kostet es dort.

Dort sehe ich einige Möglichkeiten. Einerseits, dass man einfach Ad-Hoc laden kann (DANKE LIDL!) und dass man auch mit Chargepoint laden kann. Und das ist mein Punkt hier: Es gibt einige Anbieter, die man unbedingt als App und mit Ladekarte als Backup haben sollte. Die wären:
- Chargepoint
- Plugsurfing
- Shell Recharge
- Die App deines E-Autos. In meinem Fall: Charge myHyundai
Diese Anbieter, mit wenigen Ausnahmen, sind verdammt teuer. Mit denen kann es schon mal passieren, dass du mehr als 1€/kWh bezahlst. Allerdings können dich diese Apps vor dem Stranden retten. Damit kannst zu zumindest so viel laden, damit du bis zur nächsten Ionity Säule kommst. Deshalb sind sie ein Backup.
Für Kroatien habe ich noch die Elen-App installiert. Das ist der staatliche Ladenetzwerk-Betreiber.
Status: Es ist kompliziert
Wobei. Nein. Es ist eine Katastrophe. Es ist logisch, dass alle großen Anbieter aus Laufkundschaft, Stammkundschaft machen wollen. Mit Tarifen mit Grundgebühr und entsprechenden “attraktiven” Tarifen. Doch das darf nicht sein. Manche verwechseln E-Auto-Fahrer mit Stromkunden oder glauben, dass man das Gelernte vom Haushaltsstrom auch bei E-Autos machen kann.
Und genau das macht alles kaputt. Menschen würden Tankstellen meiden und diese würden wohl auch in Konkurs gehen, wenn man bei der Shell nur noch tanken kann, wenn ein Tarif mit Bindung abgeschlossen wird. Alle Anderen müssen draußen bleiben bzw. horrende Preise pro Liter bezahlen.
Das Problem ist, dass es einfacher ist einen Verbrenner zu tanken als ein E-Auto zu laden. Hier geht es nicht um den Vorgang selbst, sondern einerseits den passenden oder die passenden Tarif(e) zu finden, sondern auch nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Denn: Beim E-Auto kann man nicht einfach an eine Säule fahren, Bezahlmethode wählen, einstecken und laden. Nein. Du brauchst unbedingt die richige Ladekarte. Sonst wirds es unangenehm teuer. Und wenn du keine passende Ladekarte dabei hast, kannst du nicht laden.
Am Ende ist der Kunde, wir, der Verlierer.
Strom wird billiger. Ladetarife werden teurer
Im Interview mit selektiv.at hat der APG-Chef gesagt, dass der Strom billiger wird. Die Prognosen zeigen nach unten. Sehr gut für die Konsumenten, die in naher Zukunft von günstigen Stromtarifen profitieren werden.
Und dann gibt es die Ladetarife. Die, wenn man sich die aktuellen “Angebote” anschaut, nicht zu dem zusammenpassen, wie sich der Strommarkt für Privatkunden entwickelt. Tarife jenseits der 50 Cent pro kWh passen zu Tarifen zuhause um 12 Cent pro kWh nicht zusammen. Erst recht im “Roaming”. Und, wenn man Gerüchten glauben schenkt, wird es teurer. Wie passt das zusammen?
Fazit
Eines haben E-Auto laden und Verbrenner tanken gemeinsam: Wer nicht vergleicht, der zahlt meistens drauf. Während es beim Verbrenner eine handvoll Cent sind pro Liter Preisunterschied sind, sind es beim E-Auto oftmals mehrere Hände voll Cent. Und deshalb ist es alternativlos zu vergleichen.
Aktuell ist das System so wie es ist, aber es liegt an uns Konsumenten die Anbieter darauf aufmerksam zu machen, dass man endlich auf ein vernünftiges, für den Kunden brauchbares System umsteigt: Ladepreise sichtbar anzeigen und ohne Ladekarten-Chaos einfach losladen können.


