Wie letztens angekündigt. Tadaaaa! Hier ist mein Huawei P8 Review 🙂 Vor zwei Wochen hat mich Huawei gefragt, ob ich Interesse an einem Review des P8 hätte. Solch eine Frage lasse ich mir nicht zwei mal stellen. Das Eine führte ins Andere und so kam ich dazu, das P8 als meinen daily Driver zu verwenden. Ich werde aber an dieser Stelle weder euch noch mich mit langweiligen Benchmarks nerven; seien wir doch mal ehrlich. Die interessiert doch keinen, mich übrigens auch nicht.

Deshalb werde ich mich in diesem Review mit Details beschäftigen, die für mich ein Smartphone ausmachen: Das Display, die „smoothness“ im täglichen Benutzen, die Kamera und natürlich die Akkulaufzeit.

Das Display

p8displayKleinere Specs darf ich euch aber schon verraten. Das ist immerhin etwas was fix ist, und Smartphones oder andere Geräte vergleichbar macht. Eine Komponente ist das Display. Das Panel des Huawei P8 löst bei einer 5,2 Zoll großen Diagonale mit 1920×1080 auf. Ein “klassisches” Full HD Display, das sich vor dem von LG im G4 nicht verstecken muss. Trotz einer niedrigeren Auflösung.
Was mir extrem gefällt ist, dass man das Gefühl hat direkt die Icons anzugreifen. Zwischen dem Touchscreen und dem tatsächlichen Display gibt es keinen sichtbaren Abstand. Hier hat Huawei einen sehr guten Job geleistet. Auch weil die Bildschirmdiagonale mit 5,2 Zoll etwas kleiner als beim G4 ist, nimmt man mit dem freien Auge keine Pixel wahr. Full HD hat, im Unterschied zu den 2k Displays, den Vorteil, dass sie den Akku schonen. Was mich als “Geek” erfreut – nichts ist ärgerlicher, wenn dem Smartphone der Saft aus geht.

Die Hardware

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Die Chinesen haben sich bei der Materialwahl von Apple inspirieren lassen. Das muss man einfach sagen. Das Gerät besteht aus einem Aluminium Alubody und Glas. Am oberen bzw. auch unteren Rand gibt es kleine schwarze Streifen aus Plastik, die für besseren WLAN/Mobilfunk-Empfang sorgen sollen. Apropos Empfang: Ich hatte nie das Gefühl, dass es schlechter als das G4 gewesen wäre. Im Gegenteil: Ich glaube, dass der WLAN-Empfang etwas besser ist. Gute Arbeit.

Ein Bonus: Das Gerät kann NFC. Gute Sache – so konnte ich schnell Apps und viele andere Einstellungen vom G4 auf das P8 übertragen. Was mich etwas stört (auch beim G4): Wireless Charging fehlt. Leider kann man das nicht nachrüsten. Beim G4 muss ich ein Cover kaufen, was beim P8 aufgrund des Alu-Bodies nicht möglich ist. Da muss ich zugeben, dass ich lieber auf NFC statt auf wireless Charging verzichtet hätte.

Zu den Anschlüssen gibt es nichts Besonderes zu sagen. Die Lautstärke-Wippen und der Sperrknopf sind auf der rechten Seite positioniert und sind gut zu erreichen. Grundsätzlich liegt das P8 gut in der Hand. Das iPhone 5s neigt im Gegensatz zum P8 eher aus der Hand zu fallen, weil es deutlich kleiner ist. Aber (ja, das gibts immer…) es ist relativ rutschig. Für solche Zwecke gibt es „Folien“, die dem entgegen wirken. Apropos Folie: Ich würde empfehlen, sowohl das Display mit „tempered Glas“ Folien zu schützen, als auch das Kameraglas. Hier habe ich leider schlechte Erfahrungen gesammelt (dazu in meinem LG G4 Review in einem späteren Review).

Das P8 unterstützt natürlich LTE (für diejenigen, denen das wichtig ist) und lädt via Micro USB. Leider fehlt dem Gerät das 5 GHZ Wlan-Netz. Schade! Gut hingegen ist, dass das P8 ein Dual-Sim Gerät ist. So kann statt der Speicherkarte eine zweite Sim-Karte mit dem Gerät betrieben werden.

Der Speicher

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Das P8 kommt mit 16 GB internem Speicher daher. Wenig, viel zu wenig! Ich glaube, dass man im Jahr 2015 Geräte mit weniger als 32 GB nicht mehr anbieten sollte. Das gilt selbstverständlich für Smartphones, die teurer als 250€ sind und das P8 zählt mit seinen 399€ doch deutlich dazu. 16 GB Speicher sind einfach viel zu wenig um sinnvoll und ohne Speicherkarte auskommen zu können. So bleiben dir beim ersten Start etwas mehr als die Hälfte zur Nutzung übrig…

Das Gute daran ist, dass der Speicher via Speicherkarte erweitert werden kann. Apps, Fotos und andere Dinge können ausgelagert werden. Wichtig! Stelle sicher, dass es eine “Class 10” Karte ist, denn mit einer langsamen Speicherkarte wird das System unerträglich langsam. Auch dauert das Speichern von geschossenen Fotos mit einer langsameren Karte länger. Hier solltest du nicht sparen.

Screenshot_2015-11-01-20-02-23Huawei ist sich der Sache wohl auch bewusst und so bietet dir das System beim Punkt “Speicher” die Möglichkeit an den Standardspeicherort für Fotos, Apps und Co. auf die Speicherkarte zu verlegen. Mit nur einem Klick. Dafür gibt es einen Plus-Punkt!

Beim Ram hat Huawei nicht gespart. So stehen 3 GB zur Verfügung – das merkt man auch. Da gibt es nichts zu meckern – Apps laden schnell und bleiben auch länger im Speicher.

Der Akku

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Wie weiter oben schon erwähnt: Durch den Einsatz eines Full HD Displays bekommt man eine deutlich bessere Akkulaufzeit. Dort, wo das G4 an die Steckdose musste, hat das P8 locker noch 30% Akku. Und glaubt mir… ich schone die Teile echt nicht. Bei mir sind Smartphones immer dabei und auch immer eingeschalten. Daten drehe ich nicht ab, Positionsdaten sind auf “sehr genau” eingestellt und Apps kommunizieren ständig mit dem Web. So beginnt mein Tag um 8:30. Im Auto verbinde ich das Gerät via Bluetooth mit meiner Anlage, starte einen Tunein Radio Stream. Das Ganze dauert rund 20 Minuten. Danach gibt es laufend Telefonate (rund eine Stunde am Tag), Mails kommen rein, Tweets, Facebook, Todos, etc

Alleine wegen der guten Akkulaufzeit kann ich das P8 empfehlen. Gefällt mir. Und wenn es doch mal an die Steckdose muss, so musst du dir etwas mehr Zeit lassen, denn das P8 lädt langsamer als zb. das G4 oder das Samsung Galaxy S6. Der Grund: Beide Smartphones setzen auf das sogenannte “Fast charging”. Abhilfe könnten Ladegeräte schaffen, die mehr Leistung abgeben – ich nutze das Ladegerät von Anker. Damit geht es dann doch etwas schneller.

Sollte es unterwegs allerdings etwas eng werden, hat Huawei, so wie Samsung, einen “Ultra Stromsparmodus” eingebaut. Hier wird alles ausgeschaltet, was großartig Strom verbraucht. Außerdem bekommst du dann eine eigene Oberfläche zu Gesicht. Gute Idee, auch weil das AMOLED Display dadurch noch weniger Strom verbraucht. Das ist wohl auch ein Grund wieso Apple auf diese Displaytechnologie umsteigen möchte.

Screenshot_2015-11-01-17-32-02Die Software

So. Es gab viele Lobeshymnen von mir. The Good… und ihr fragt euch sicher “Wo ist the bad?”. Hier kommt es. Huawei hat auf seinen Geräten eine eigene UI installiert. Die hört auf den Namen “EMUI”. Was ist EMUI? Huawei meint, dass jede installierte App nicht, wie von Google vorgesehen, im App Launcher verschwindet, sondern auf dem Homescreen platziert wird. Du als User kannst dann Apps in Ordner packen oder eben auf dem Homescreen lassen – so wie bei iOS. Mit dem Unterschied, dass du dann Widgets verwenden kannst.

Ich komme damit absolut nicht klar, weil ich einem “Desktop” auf Smartphones nichts abgewinnen kann. Deshalb habe ich gleich den Nova-Launcher und den Next-Lockscreen von Microsoft installiert. Und schon hab ich mich wieder wohl gefühlt.

Gut, in der einen oder anderen Sache muss ich Huawei wieder loben. Die eine Sache ist, wie man hier Notifications ordnet, bzw sie darstellt. So werden sie in einer Art Timeline gereiht – nach Uhrzeit. Das gefällt mir. Wie bei Android-Geräten mittlerweile Usus, kann man auch beim P8 Schnelleinstellungen vornehmen. Diese verbergen sich bei “Shortcuts” und können, natürlich, dem eigenen Wunsch entsprechend angepasst werden.

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Derzeit läuft auf dem P8 Android in der Version 5: 5.0.2. Allerdings soll 6.0 schon in den Startlöchern scharren, wie Huawei auf der Webseite verrät.

Die Leistung

Dieser Punkt kommt absichtlich nach “Software”, denn die Software trägt sicher ihren Teil dazu bei, dass sich das System in manchen Situationen zu laggy “benimmt”. So dauert es etwas bis sich die Tastatur in Eingabefeldern öffnet.

Der Grund? Meine Vermutung ist, dass sich hier die EMUI doch noch im Hintergrund aufhält, trotz Nova-Launcher, und somit Arbeitsspeicher für sich beansprucht. Das zeigt auch, dass diese Software doch relativ “schwer” ist und ein Grund für das teilweise träge Verhalten ist.

Hier könnte Huawei seine Tweaks und Änderungen zurückschrauben um den Nutzer mehr Leistung zur Verfügung zu stellen. Was aber nicht heißen soll, dass das Gerät bei Youtube-Videos oder Spielen laggt. Nein – da bringt es natürlich seine Leistung, die sich auf dem Niveau eines  Snapdragon 800 bewegt.

Die Kamera

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In den letzten zwei Wochen habe ich sehr viele Fotos mit dem Gerät geschossen. Nahezu alle Fotos, die ich mit dem Gerät gemacht habe, haben mir gut gefallen. Auch auf dem PC haben sie einen guten Eindruck hinterlassen. Doch damit hab ich mich natürlich nicht zufrieden gegeben 😉 So habe ich mit all den Geräten, die ich derzeit bei mir habe (Lumia 930, Lumia 1020, LG G4 und Huawei P8) die gleichen Fotos gemacht. Das Resultat: Meine Vermutung hat sich bestätigt – die Fotos des P8 sind gut.

Ich habe die Fotos auf OneDrive hochgeladen.
Huawei P8
Was mich am meisten überrascht hat (das Gerät ist Mitte dieses Jahres auf den Markt gekommen) ist, dass Huawei in seiner Kamerasoftware ein cooles Feature eingebaut hat. Macht man ein Selfie in der Nacht, so dient das Display als Blitz! Das was Apple als “super tolles Feature” im September vorgestellt hat, beherrscht das P8 schon längst. Coole Sache!

Im schlechten Licht hat das P8 so seine Schwierigkeiten. Hier liegen die Lumias, die über OIS verfügen, deutlich vorne. Das G4 schneidet da allerdings nicht viel besser ab.

Mein Fazit

Nach zwei Wochen mit dem P8 muss ich sagen, dass ich es ungern hergebe. Das Gerät macht nicht nur einen guten Eindruck, sondern greift sich auch so an. Jeder, der es von meinen Freunden in die Hand genommen hat, war vom Gerät begeistert. Es macht einfach eine gute Figur.

p8hardware

Leider gefallen mir die Software-Anpassungen von Huawei teilweise nicht. Aber gut, dass hier Android auf dem Gerät läuft. Einfach in den Play Store gehen und dort den Launcher seines Vertrauens auswählen. Jene iOS Nutzer, die gerne das P8 hätten, werden sich eher mit der Emotion UI anfreunden als ich.

Mit einem Preis von rund 355€ gehört es zur oberen Mittelklasse und passt dort, meiner Meinung nach, ganz gut sein. Allerdings ist die Ausstattung von 16 GB Speicher leider nicht zeitgemäß, hier gehören mindestens 32 GB rein. Umso wichtiger ist es, dass das Gerät mit einer Micro-SD Karte erweitert werden kann. Und die gibt es mittlerweile mit 200 GB Speicherplatz.

Auch die Akkulaufzeit ist, für meinen Geschmack, sehr gut. So ließ mich das P8 nie im Stich und hatte selbst dann noch Saft als mein G4 schon an die Steckdose musste.

Dein Fazit?

Hast du das P8 von Huawei? Wie gefällt dir das Gerät? Lass es mich wissen und gib dem Gerät eine Note – verschiebe den Schieberegler unter meinem Review einfach an eine Stelle mit der du das Gerät bewertest. Ich würde mich dann über ein Kommentar im Kommentarbereich freuen.

Ein gutes Mittelklasse Smartphone, das durch tolle Verarbeitung, gute Akkulaufzeit, einer soliden Kamera und einem sehr guten Display punkten kann.
Das Display95
Die Hardware90
Der Speicher70
Der Akku85
Die Software75
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Das Display
Der Akku
Die Kamera
Die Hardware
Die Software
Der Speicher
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