Ich beobachte den Hardware-Markt ganz genau – jede Änderung wird sofort bemerkt und natürlich steigt dann auch die Neugier: Was hat sich genau verändert und wie signifikant ist diese? Eines der Geräte, die auf meiner Liste stehen ist das HP Spectre x360-15. Wieso? Weil es eines der interessantesten 15 Zoll Notebook ist, das es auf dem Markt gibt. HP hat dem Spectre einige Updates verpasst und ich habe HP um ein Testgerät gebeten um herauszufinden, wo die Unterschiede zum Vorgänger sind. Mein Review.

Zum Vorgänger hat sich Außen nicht verändert. Und das ist gut so. 

“The obvious” – die “nicht sichtbare” Veränderung

Das HP Spectre hat sich zum von mir vor rund einem Jahr getesteten 2017er Modell nahezu nicht verändert. Das Äußere unterscheidet sich in Nuancen zum Vorgänger. So ist der Nummernblock verändert worden, die Position der Lautsprecher wurde optimiert, die Ränder des Bildschirms sind noch etwas kleiner geworden und einige weitere, kleinere willkommene Veränderungen, wie den Fingerabdrucksensor auf der rechten Seite des Gerätes.

Im Vergleich zum Äußeren, hat sich im Inneren hat sich einiges mehr getan. So hat HP die lahmen Dual-Core CPUs gegen die aktuellen, schnellen Quad-Core getauscht. Eine Änderung, die man im täglichen Betrieb sofort merkt. Doch auch bei der Kühlung hat HP seine Ingenieure zurück an den Schreibtisch geschickt und somit für eine hörbare Veränderung gesorgt. So sind die Lüfter nicht mehr nervig – sie sind deutlich seltener zu hören und wenn, dann klingt es wie sanftes Meeresrauschen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Kühllösung so verändert wurde, dass die CPU grundsätzlich kühler läuft und der Lüfter somit nicht aggressiv arbeiten muss.

Mein Modell

Das HP Spectre X360-15 in der 2018er Version kommt in den unterschiedlichsten Varianten daher. So gibt es Modelle, die eine 256 GB SSD (meiner Meinung nach zu wenig!) haben und andere Modelle, die mit der neuen Intel CPU / AMD Grafik “APU” daher kommen. Doch alle haben sie eines gemeinsam: 16 GB Ram und diesen unfassbar scharfen 4K Bildschirm. Eine genaue Auflistung aller momentan Verfügbaren Modelle findest du auf der Webseite von HP

Nun zu den Specs meines Testmodells: 

Display: 15.6″, 3840×2160, 282dpi, Multi-Touch, glare, IPS, Digitizer
CPU: Intel Core i7-8550U, 4x 1.80GHz
RAM: 16GB DDR4-2400 (2x 8GB Module, 2 Slots)
SSD: 512GB M.2 PCIe
Grafik: NVIDIA GeForce MX150, 2GB GDDR5, HDMI
Anschlüsse: 1x USB-A 3.0, 2x Thunderbolt 3
Wireless: WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac, Bluetooth
Akku: Li-Ionen, 6 Zellen, 84Wh, 13.5h Laufzeit, fest verbaut
Gewicht: 2.10kg
Betriebssystem: Windows 10 Home 64bit
Besonderheiten: Nummernblock, beleuchtete Tastatur, Fingerprint-Reader (Power Button), Convertible, Slim Bezel, Unterstützung für Windows Hello
Webcam: 2.0 Megapixel, IR
Cardreader: SD/​SDHC/​SDXC

Wenn das Bankkonto es zulässt, wäre genau diese Modell jenes, welches ich mir kaufen würde. 16 GB Ram reichen grundsätzlich für alle Anwendungen im Jahr 2018 und darüber hinaus wunderbar aus, die CPU ist super schnell und die 512 GB Speicher sollten im Alltag mehr als ausreichend sein.

Ich bin ohnehin der Meinung, dass wichtige Daten nichts auf Laptops verloren haben. Hier lautet das Stichwort: Backup, Backup und nochmal Backup. Fotos, die ich mit dem Smartphone schieße, werden auf OneDrive und Google Fotos hochgeladen. Anschließend werden sie auf meinem Desktop synchronisiert. Und im Keller holt sich mein NAS alle Fotos von OneDrive und das automatisch. Und alle paar Wochen gibt es dann ein Backup (händisch) vom NAS auf eine anderen Festplatte. 

Der Reviewer vor mir hat das Gerät aufgemacht, aber nicht ordentlich verschlossen…

Mein erster Eindruck

Vom ersten Auspacken bishin zum täglichen Nutzen: Der Spectre ist auffällig unauffällig. Was ist damit meine? Nun, das Erscheinungsbild des Gerätes ist “eigen”. Mit seinem dunklem Finish und dem goldenen Akzenten mag das vielleicht nicht den Geschmack eines Jeden treffen, doch solange es nur das Äußere ist, das auffällt ist es mehr als positiv. Das Warum habe ich eingangs erähnt: Der Lüfter ist nicht aggressiv, das Gerät fällt nur durch ein Äußeres auf und so und nicht anders sollte es sein. 

Und ich weiß wovon ich spreche, denn der kleinere Bruder das x360-13, der hat es faustdick hinter den Ohren in Sachen Hörbarkeit.

Das Lüftergeräuch des HP Spectre x360-15 (2018)

Neben dem positiven “unhörbaren” und eher auffälligen Erscheinungsbild, hält sich das Spectre im Office auf dem Schreibtisch im Hintergrund. Die Anmeldung via Windows Hello (egal ob Gesichtserkennung oder mittels Fingerabdruck), 1 USB-C Thunderbold 3 Anschluss und einem ohne TB3, einem USB-A und einem HDMI Ausgang sind rundum mehr als positive Eigenschaften, die man heutzutage wohl immer erwähnen muss. Der Hang der Hersteller immer weniger “alte” Anschlüsse im Gerät zu verbauen und stattdessen dem Nutzer diese grauslichen Dongles anzudrehen, macht es wohl nötig das Normalste bei Laptops extra hervorzuheben. Tolle Welt, in der wir leben. Ach und… hatte ich den SD-Kartenleser erwähn? Nein. So, jetzt hab ich es getan. Danke HP.

Der zweite Eindruck

Ich habe das Spectre x360-15 einen Monat lang ausgiebig testen dürfen. Einen Monat hat mich das Gerät durch meinen Arbeitsalltag begleitet und alles, was ich damit gemacht habe, lief so wie es laufen sollte: Schnell, unauffällig und problemlos. Ich konnte mich auf die Arbeit konzentrieren und mich nicht fragen, warum das alles schon wieder so lange dauert und obendrein laut ist. 

Egal ob Photoshop, Premiere Pro, drei unterschiedliche Browser mit jeweils mindestens 6 Tabs offen: Es gab keine Sekunde in der ich es geschafft habe mich über schlechte Performance zu ärgern. Das liegt nicht nur an den 16 GB Ram, sondern auch an der schnellen SSD, die via PCI-E angebunden ist und somit schnellen Datenaustausch und Zugriff für Programme gewährleistet.

Zuhause angekommen, habe ich dann die eine oder andere Runde PUBG gespielt. Die Grafikkarte wurde im Vergleich zum Vorgänger erheblich aufgewertet. Verrichtete letztes Jahr noch eine Geforce 940M ihren Dienst im Inneren, so ist es bei der 2018er (und meiner Ausstattungsvariante) die MX 150. Ein Unterschied, der sich in doppelten Frameraten (bei 1080p) bemerkbar gemacht hat. Top. Und das beste daran? Aufgrund der überarbeiteten Kühlung wurde der Laptop nicht annährend so laut, wie der Vorgänger. Natürlich war das Lüftergeräusch da – wie könnte es denn anders sein, aber es nervte einfach nicht. 

Die Tastatur hat sich zum Vorgänger nicht verändert.

Der Preis

Trübt er den ersten Eindruck? Nein um ehrlich zu sein. Natürlich gibt es günstigere Geräte mit dieser Ausstattung. Das ist auch gut und wichtig so. Doch ein Gerät, das sich ganz klar an die “Prosumer” richtet, kann, darf und soll auch etwas mehr kosten. Wieso? Weil man auch dafür etwas zurück bekommt. Nicht nur einen gestochen scharfen Bildschirm, ein leises Gerät und eines, das exzellent verarbeitet ist. Abstriche muss man hier nahezu keine machen. Auch in Sachen Aufrüstbarkeit. Denn, wie mittlerweile nicht mehr üblich, bietet HP dem Nutzer die Möglichkeit das Gerät zu öffnen und den Ram oder die SSD aufzurüsten.

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Ja, ich  komme zum Punkt. Dem Preis. Amazon ist bei diesem Modell, der günstigste mit 1799€. Ja, gesalzen. Die Konkurrenz (allerdings mit einer 1050ti, wie das XPS 15, kostet in der gleichen Konfiguration 2100€ – etwas mehr.

Natürlich muss man, wie ich finde, kritisieren, dass der Aufpreis von 200€ um von einer 256 GB SSD auf eine 512 GB SSD zu kommen, einfach zu hoch ist. Positiv hervorzuheben ist, dass beim Spectre der Stift im Lieferumfang enthalten ist.

USB-C ist und bleibt ein Krampf. 

USB-C

Das leidige Thema. Ich erwähne es in jedem Review und halte noch immer daran fest: Die Inklusion via einmal TB 3 und einmal nicht (bei zwei USB-C Ports) ist nett, aber sorgt auch hier für Verwirrung. Wieso gibt es hier Unterschiede? Wieso ist nur einer der Ports via TB 3 angebunden und der andere nicht? Da hätte ein USB-C TB 3 Anschluss gereicht. So muss sich wieder der Nutzer ärgern. Und ich auch. USB-C ist einfach einer der dümmsten Ports. Furchtbar. Und die Hersteller machen es uns Nutzern durch solche Entscheidungen nicht einfacher. 

Der Formfaktor

Das Spectre x360 ermöglicht, wie der Name schon sagt, den Bildschirm so zu drehen, dass man ein “Tablet” aus dem Gerät machen kann. Ein großes Tablet. Aufgrund des Gewichtes von rund 2 Kilogramm, wird das eher niemand machen. Ich auch nicht. Allerdings ergibt sich hier die Möglichkeit den Laptop als kleines Kino am Sofa oder im Bett so zu platzieren, ohne, dass es einen Hitzekollaps bekommt und komplett überhitzt. 

Aber auch aufgrund der Stiftintegration und des großen Bildschirmes ergeben sich hier einige Anwendungsmöglichkeiten. Ich glaube allerdings, dass diese eher weniger häufig genutzt werden. 

Mein Fazit

Ich glaube, dass man es schon lesen kann. Mein 2017er x360-13 Spectre sieht gehen das 15 Zoll Modell kein Land. Nach den paar Tagen der ersten “Tests”, ist mein erster Eindruck mehr als positiv. Auch im Vergleich zum Vorgänger hat sich vieles getan – auf den ersten und sicherlich auf den zweiten Blick bemerkt man die Änderungen nicht. Erst, wenn man das Gerät ordentlich rannimmt, dann kommen die Verbesserungen ans Tageslicht. HP hat hier ganze Arbeit geleistet – und hat den Vorsprung zum Hauptkonkurrenten Dell XPS 15, meiner Meinung nach, ausgebaut.


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