Volvo stellt elektrischen EX60 vor
Nach iX3 neue Klasse gab es in dem Bereich der elektischen Premium-SUVs Handlungsbedarf. Und die Schweden haben gehandelt. Neulich wurde der neue EX60 vorgestellt. In diesem Beitrag möchte ich euch das Android-Auto auf Rädern vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
Lange war es ein offenes Geheimnis, jetzt wird es konkret. Nach dem riesigen EX90 und dem kompakten EX30, den hatte ich hier vor einiger Zeit vorgestellt, füllt Volvo die Lücke in der goldenen Mitte. Ich habe mir die ersten Daten, Bilder und Videos angesehen und muss sagen: Fesch!
Warum das Modell für Volvo so wichtig ist und was unter der Haube steckt, schauen wir uns jetzt an.
Design: Ein “geschrumpfter” EX90
Optisch macht Volvo keine Experimente – und das ist gut so. Der EX60 übernimmt die glatte und saubere Front des großen Bruders EX90. Natürlich dürfen die „Thors Hammer“-Scheinwerfer in der Pixel-LED-Optik nicht fehlen. Das Design ist unspektakulär: Weniger Sicken, weniger Kanten, dafür viel aerodynamische Glätte. Das sieht nicht nur schick (und sehr skandinavisch) aus, sondern drückt auch den cw-Wert für mehr Reichweite. Und das ist man um ehrlich zu sein von Volvo auch gewöhnt. Man macht keine Experimente, denn es soll, trotz der der chinesischen Eigentümer, ein Volvo bleiben und auch als ein solcher erkennbar sein.
Und das hat, meiner Meinung nach, Volvo von der ersten Skeunde an verstanden: Ein E-Auto muss nicht zwanghaft anders aussehen als seine Verbrenner-Vorgängner. Das Allerwichtigste ist, dass es wie ein Volvo ausschaut, denn wer kauft die Autos? Richtig: In erster Linie treue Markenkunden. Und die gilt es zu halten und nicht zu verwirren. Volkswagen hat dafür knapp 10 Jahre gebaucht um zu erkennen, dass Autos nicht nur gleich heißen sollten (ID. Polo um ein Beispiel zu nennen) sondern auch nicht radikal anders aussehen müssen. Es braucht den Wiedererkennungswert und den hat der EX60. Frei nach dem Motto: “Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.“
Technik: Ein Android-Auto

Was mich als Tech-Typ natürlich am meisten interessiert, ist das Innenleben. Volvo setzt beim EX60 auf ihre neue Technologie-Plattform (intern SPA3 genannt). Was heißt das uns?
- Android Automotive inklusive Gemini: Wie wir es von Volvo und Polestar kennen, läuft das Infotainment über Android Automotive. Google Maps, Assistant und Play Store sind nativ integriert. Meiner Meinung einer der besten System auf dem Markt. Aber mit viel Luft nach oben – wobei meine Erfahrung auf dem mittlerweile zwei Jahre altem EX30 basiert und sich in dem Bereich sehr viel getan hat.
- Rechenpower: Im Hintergrund werkelt leistungsstarke Hardware (NVIDIA), die das Auto für künftige Updates fit macht.
Wo ist der „Buckel“ hin?

Was beim EX60 sofort ins Auge sticht – oder eben nicht: Der Buckel über der Windschutzscheibe fehlt! Anders als beim großen Bruder EX90 verzichtet Volvo hier auf den Lidar-Sensor. Ist das ein Rückschritt? Ich weiß es nicht um ehrlich zu sein, denn ich weiß nicht in welchem Umfang Lidar bei den Fahrzeugen genutzt wurde. Lidar ist sinnvoll in Level 4 oder 5 Autos; aber bei Fahrzeugen, die über Level 2 nicht hinausgehen? Wahrscheinlich ist da der Mix aus hochauflösenden Kameras, Radar und Ultraschall die bessere Lösung. Und ehrlich… hier gilt, was in vielen anderen Bereichen gilt: Kaufe ein Produkt nicht nach Features, die es vielleicht in der Zukunft können wird (wie Level 3 Autonomie), sondern nach dem, was es jetzt kann. Alles andere ist ein teures „Nice-to-have“. Erst recht, wenn ich daran denke, wie viele HW3 Tesla-Besitzer das „FSD“-Paket vor Jahren gekauft haben und noch immer nicht damit autonom fahren können – und es wohl auch nie tun werden…
Specs

Hier das Wichtigste im Schnelldurchlauf, denn auf meinem Blog leben wir von Werten aus dem echten Leben. Specs sind schön, aber erzählen nur die halbe Wahrheit:
- Segment: Mittelklasse-SUV (tritt direkt gegen Tesla Model Y, BMW iX3 und Audi Q6 e-tron an).
- Reichweite: Erwartet werden bis zu 810 km nach WLTP. Realistisch sind es wahrscheinlich zwischen 500 und 700km
- Laden: Kommt mit 800V Technik, das bedeutet: Weniger Ressourcenverbrauch bei der Ladeverkabelung. Schon die Komponenten und erlaubt schnelles Nachladen. Benchmark aktuell, im (bezahlbaren Bereich!) sind noch immer die E-GMP Autos aus dem Hause Hyundai/Kia: In 18 Minuten auf 10 auf 80%. Hier sagt Volvo ebenfalls: 18 Minuten von 10 auf 80%. Tests werden zeigen, ob das auch eingehalten wird. Und vor allem in kalten Temperaturen.
- Platz: Durch die reine Elektro-Plattform dürfte der Innenraum deutlich luftiger sein als beim alten XC60.
- Leistung: Bis zu 680 PS (374 PS, 510 PS und 680 PS Varianten) und 3,9 Sekunden von 0 – 100 km/h. Zur Dauerleistung habe ich noch nichts gefunden. Das ist für uns in Österreich von Relevanz aufgrund der selten dämlichen Besteuerung von Elektroautos.
- Gewicht: 2,4 Tonnen
Alle Specs auf einen Blick:
| Merkmal | P6 Electric | P10 AWD Electric | P12 AWD Electric |
|---|---|---|---|
| Preis (UVP) in Österreich | ab 63.490 € | ab 66.490 € | ab 72.490 € |
| Antrieb / Getriebe | RWD / Automatik | AWD / Automatik | AWD / Automatik |
| Leistung | 275 kW (374 PS) | 375 kW (510 PS) | 500 kW (680 PS) |
| Max. Drehmoment | 480 Nm | 710 Nm | 790 Nm |
| 0-100 km/h | 5,9 s | 4,6 s | 3,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h |
| Batteriekapazität | 83 kWh | 95 kWh | 117 kWh |
| Reichweite (WLTP) | bis zu 620 km | bis zu 660 km | bis zu 810 km |
| Reichweite (Innerorts) | bis zu 740 km | bis zu 790 km | bis zu 980 km |
| Verbrauch (kombiniert) | 14,7 kWh/100 km | 15,7 kWh/100 km | 16,0 kWh/100 km |
| Laden (10-80% DC) | 18 min (300kW) | 18 min (400kW) | 19 min (400kW) |
| Leergewicht | 2.190 kg | 2.350 kg | 2.405 kg |
| Anhängelast (max.) | 2.000 kg | 2.400 kg | 2.400 kg |
| Dachlast | 100 kg | 100 kg | 100 kg |
| Elektr. System | 800 V | 800 V | 800 V |
Die Konkurrenz ist groß
In dem Bereich gibt es bereits einige Fahrzeuge. Die einen sind ungefähr vergleichbar und die anderen sind echter Mitbewerb
- Tesla Model Y: Muss man nennen. Aber wer sind einen Volvo kaufen will und auch kann, der setzt sich eher nicht in ein Y. Passender Vergleich: Dacia Sandero vs. VW Golf. Wobei das Model Y der Dacia ist. Beides sind Autos, beides fährt und einer ist günstiger. Aber nicht jeder will in einem Dacia sitzen…
- BMW iX3 / Neue Klasse: BMW hat mit der neuen Klasse eine Ansage gemacht. Ich bin gespannt, was das Auto kann.
- Audi Q6 e-tron: Punktet mit ähnlicher 800-Volt-Technik. Spielt preislich natürlich in einer anderen Liga.
Volvo hat dieses gewisse „Wohlfühl-Image“. Man setzt sich rein, fühlt sich sicher, die Materialien sind nachhaltig und das Design ist konservativ, bekannt. Das könnte genau der USP sein, den viele suchen, denen ein Tesla ein Dacia ist oder ein BMW halt ein BMW ist.
Mein Fazit

Der EX60 ist der elektrische Nachfolger des EC60 und hat riesige Fußstapfen zu füllen – aber technisch und optisch bringt er alles mit, um genau das zu schaffen. Für Firmenwagenfahrer und Familien, die elektrisch fahren wollen, ohne auf skandinavisches Design zu verzichten, wird das hier ein ganz heißer Kandidat für 2026.
Jetzt bist du dran: Gefällt dir das cleane Volvo-Design oder findest es langweilig? Wie findest du das Auto? Lass es mich in den Kommentaren wissen 👇

