Vor zwei Wochen habe ich das Surface Go für ein Review geschickt bekommen. Ganze 14 Tage habe ich mit dem Gerät verbracht um dieses Review für dich verfassen zu können und um eine oder keine Kaufempfehlung aussprechen zu können. Wie bei all meinen Reviews, werde ich das Gerät nach dem Schema “F” beurteilen. Hinz kommen dann die gerätespezifischen Eigenschaften. Und los geht’s…

Erster Eindruck

Mein Surface Go Review

Zum Surface Go hatte ich bereits eine kleine Preview geschrieben. Der erste Eindruck ist, meiner Meinung nach, der Wichtigste und hier hat mich das Surface Go überzeugt. Es ist klein, leicht, schick und für den Formfaktor absolut performant. Einzig der Preis hat dem doch überzeugenden Package die Party versaut. Mehr dazu später. 

Die Ausstattung

Spartanisch: Microsoft packt nur das Ladegerät und das Surface Go in die Box

“Spartanisch wie eh und je” wollte ich schon fast schreiben. Aber das stimmt ja nicht. Früher (Ach die guten alten Zeiten) gab es zu jedem Surface Pro Gerät den Surface Pen ohne Aufpreis in der Box. Die Möglichkeit mit dem Stift auf dem Bildschirm zu schreiben. Doch seit einigen Generationen macht das Microsoft nicht mehr und verlangt sowohl für das Type Cover als auch für den Pen Geld. So auch beim “günstigen” Surface Go. Meines kommt in der folgenden Ausstattung daher:

  • Surface Go mit einem Intel Pentium Gold 4415Y bei 1,6 GHZ
  • 8 GB Ram
  • 128 GB SSD
  • Surface Ladegerät 
  • Surface Pen
  • Surface Go Type Cover
  • Microsoft Surface Mobile Mouse

Macht 825€. Eine Wartungsklappe gibt es, wie bei allen Surface Geräten und vielen Devices in dieser Kategorie nicht. Somit musst du dich vor dem Kauf entscheiden, wie viel Ram und Speicher zu haben möchtest. Vor allem bei der SSD ist das beim Surface Go nicht ganz unwichtig. Denn das günstigere Modell hat eine 64 GB eMMC Karte verbaut. Das heißt: Sie ist nochmal um eine Ecke langsamer und das merkst du. 

Der Speicher lässt sich erweitern!

Der Speicher ist, Surface typisch, mit einer MicroSD Karte erweiterbar. Ich habe mein Testgerät mit einer 64 GB Speicherkarte erweitert. Mittlerweile gibt es Speicherkarten mit einer Kapazität von 400 GB. Ob du den Platz brauchst, musst du wissen – aber dann ist, meiner Meinung nach, das Surface Go das falsche Gerät. Zum Thema Speicherplatz komme ich noch extra. 

Anmelden mit Windows Hello. Premiere in der Preisklasse!

Was viele Laptops und Tablets/Convertibles/2in1 Geräte in dieser Preisklasse nicht haben, ist Windows Hello Authentifizierung. Das Surface Go hat eine Windows Hello Kamera verbaut. Das heißt, dass du dich mit deinem Gesicht anmelden kannst. Keine unnötigen Passwörter merken oder eintippen, sondern sich einfach vor das Gerät setzen und schon bist du eingeloggt. Und das richtig schnell! 

Das Display

Das Display des Surface Go

Eines der Verkaufsargumente der Surace Linie sind deren Displays. Ich erinnere zu gerne an den Bildschirm des Surface Studio. Einfach genial. Das Surface Go ist weit weg von einem Surface Studio und eine komplett andere Garätekategorie, aber auch hier hat Microsoft ein tolles Display verbaut! Es löst mit 1800×1200 auf und hat somit das typische Seitenverhältnis von 3:2. Für “Contentcreators” wie mich ideal, da einfach mehr Inhalte sichtbar sind. Einziger Nachteil: Bei Videos gibt es die berühmten schwarzen Balken. So wirkt das Display auch nicht “klein” mit seinen 10 Zoll Bildschirmdiagonale. Natürlich ist es klein – aber es wirkt größer als ein 10 Zoll Bildschirm in 16:9.

Bei der Auflösung ist alles knackig und scharf. Das Display ist hell und lässt sich auch automatisch regeln. So passt es sich an die Umgebungshelligkeit an. Praktisch. Das machen nicht viele Laptops bzw. auch 2 in 1. 

Ohne Pen ist es kein Surface…

Nachdem das Surface Go ein waschechtes Surface ist, unterstützt es natürlich den Surface Pen mit all seinen Druckpunkten und Features. Und genau deshalb kauft man sich auch ein Surface! Wegen der Möglichkeit bei Meetings mitzuschreiben, unterwegs zu zeichnen oder einfach seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. 

Einen Kritikpunkt habe ich allerings: Lichthöfe! Gerade beim Booten sieht man die unschönen Lichthöfe. Das sollte bei dem Gerät ebenso wenig vorkommen, wie bei einem höherpreisigen Laptop oder Monitor. Das muss Microsoft in den Griff bekommen! 

Die restliche Hardware

Bestens verarbeitet!

Das Surface Go kommt, wie alle Surface Geräte (bis auf das Studio) mit dem bekannten Surface Stecker daher. Das ist in länglicher magnetischer Ladestecker. Das ist praktisch, da wenn du mal beim Kabel hängen bleiben solltest, nicht das ganze Gerät mit in den Abgrund gerissen wird. Hinzu kommt das Feature, dass dieser Port auch Daten übertragen kann. So gibt es das Surface Dock – eine Erweiterungsmöglichkeit für das Surface um diverse Displayanschlüsse, Lan und so weiter. 

Nach einer ganzen Reihe von “kritischen” Reviews, wieso Microsoft kein USB-C Port bei seinen Surface Geräten verbaut hatte, hat Microsoft dem Book 2 einen spendiert und auch dem Surface Go. Hinter dem Typ C verbirgt sich das USB 3.0 Protokoll mit DisplayPort. Das heißt konkret: Es lassen sich Displays anschließen. Displays? Ja: 

USB-C mit Displayport

Lässt sich das Surface Go über den USB-C Port auch laden? Ja, das geht – man kann auch USB-C Dongles anschließen. Aber Achtung! Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und kann Frust bedeuten. Solltest du also schon das Dongle-Life leben, könnte es durchaus sein, dass deine USB-C Dongles auch beim Surface Go funktionieren. 

USB-C Dongles könnten auch mit dem Surface Go funktionieren

Die Verarbeitungsqualität ist auf Surface Niveau. Wie könnte es denn anders sein? Da wackelt nichts, da ist alles top verarbeitet. Auch der Kickstand tut das, was er ab besten kann: Kickstand sein. 

SurfaceGo Kickstand

So wie seine gesamten Brüder und Schwestern, ist das Surface Go auch aus Aluminium gefertigt. Zusätzlich “überzieht” Microsoft das Surface mit einer Legierung aus Magnesium. Das gibt dem Surface sein Look and Feel, das sie unverwechselbar und schön zum anschauen macht. 

Die Tastatur ist, wie ich in meinem Preview schrieb, sehr gut gelungen. Das Schreibgefühl ist, trotz der kleineren Tasten sehr gut. Natürlich braucht man bei jeder Tastatur eine Eingewöhnungsphase und die ist beim Surface Go Type Cover sehr kurz. Das Schreibgefühl ist auch sehr gut. Ein knackiger Druckpunkt lässt die Finger nicht müde werden – da geht sich die eine oder andere Schreibsession aus. Ob sie laut ist, fragst du dich? Nun – sie ist nicht leise 😉 

So laut ist die Tastatur des Surface Go

Das Touchpad des Type Covers ist etwas größer als eine Kredit- oder Kundenkarte. Es ist auch Glas und angenehm zu bedienen. Auch, weil es mit den Windows Precision Drivers betrieben wird. Das ist übrigens eine Initiative von Microsoft um die Touchpads von OEM Devices zu verbessern und man muss sagen, dass alle Geräte, die die Treiber von Microsoft nutzen einfach die bessere Experience haben. 

Das Touchpad ist etwas größer als eine Kredit- oder Kundenkarte

Die Leistung des Surface Go ist auf dem Punkt. Nachdem im Gerät eine Dual-Core CPU mit vier Threads verbaut ist, ist das Surface Go kein Leistungsmonster. Dafür wurde es auch nicht konzipiert. Das Surface Go ist ein kleiner Laptop, der für Unterwegs gedacht ist um schnell produktiv zu sein. Das Surface Go richtet sich an Menschen, die nicht ein Gerät brauchen wo Photoshop, Premiere Pro und andere Software darauf läuft und gleichzeitig 20 Tabs im Browser offen sind. Ist man sich dessen bewusst, so kann es schnell seine Stärke ausspielen. Ich habe das Gerät in den letzten zwei Wochen in Meetings zum mitschreiben mitgenommen. Zuhause habe ich damit auf dem Sofa herumgesurft und unterwegs damit Blogbeiträge getippt. Während dieser Zeit habe ich zu 100% auf Apps aus dem Store gesetzt und nichts extra installiert. Wie Windows Central schreibt, dass die CPU bei Dauerbelastung nie heißer als 61 Grad wird – nicht schlecht! Auch, weil das Surface Go passiv gekühlt wird. 

Das Surface Go 

Die Akkulaufzeit des Surface Go wird von Microsoft mit neun Stunden beziffert. Ich bin da nicht hingekommen. Zu erwarten sind sieben, eher acht Stunden. Einen gesamten Arbeits- oder Unitag hält das Gerät definitiv aus. 

Der Preis

Mein Package kostet über 800€ – saftig. Schaut man auf Geizhals.at und versucht ein 10 Zoll Gerät mit dieser Ausstattung zu finden, so wird man… nicht fündig. So ein Gerät gibt es einfach nicht. Deshalb ist es nicht mit anderen Geräten vergleichbar. Wichtig zu wissen ist: Das Surface mit einem Laptop oder gar iPad zu vergleichen ist einfach nicht richtig (Auch wenn es Microsoft als den ultimativen Laptop bewirbt). Das Surface ist weder Laptop noch ein dummes Arm-Tablet ohne ordentlichen Desktop und der Möglichkeit Produktivitätsanwendungen außerhalb des Stores zu installieren. 

Happiger Preis.

Zählt man hier alles zusammen, so könntest du sagen: Ja, der Preis ist doch okay. Ich würde es mit einem “Jein” beantworten. Früher ist jedem Surface ein Pen beigelegt worden, dieser muss jetzt dazu gekauft werden. Und der Pen mit dem Type Cover macht ein Surface erst ein Surface. Deshalb sollte zumindest der Stift beim Basispackage dabei sein. Das würde den Preis etwas drücken und das Device noch attraktiver machen. 

Was ist mit Windows 10S?

Auf meinem Gerät war Windows 10 Pro installiert. Aber jeder Kunde bekommt das Surface Go mit Windows 10S ausgeliefert. In meiner Testphase hatte ich nicht das Bedürfnis Anwendungen, außerhalb des Stores zu installieren. Nahezu alle Apps, die ich nutze sind im Store zu finden: Irfanview, Podcast-App und so weiter. 

Sollte das aber nicht gewollt sein, so kann man jederzeit auf die Vollversion von Windows umsteigen. 

Fazit

Mein Fazit zum Surface Go

Das Surface Go ist ein interessantes Gerät. Wieso? Weil es für viele Nutzer passend ist. Einerseits für die Schule/ das Studium und andererseits für arbeitende Menschen, die ein Zweitgerät für unterwegs suchen, das ausdauernd ist und einen Meetingmarathon ohne Ladegerät aushält. 

Einen etwas fahlen Beigeschmack hinterlässt die doch leere Box. Beim Auspacken findest du nur das Gerät inklusive das Ladegerät. Kein Stift und kein Type Cover. Der Rest muss extra gekauft werden und das lässt den Preis auf über 800€ anschwellen. 

Sonst hält das Surface Go, was es verspricht: Gute Akkulaufzeit, gute Performance und eine sehr gute Verarbeitungsqualität. Das passt. 

Das ist ein PC!

Wichtig ist, dass es nicht mit einem iPad Pro oder einem Android Tablet verglichen wird, denn das Surface Go ist ein vollwertiger PC! Hier kannst du Monitore, eine Maus und andere Peripherie anschließen! Solltest du das Upgrade von Windows 10S auf Windows 10 Pro machen, dann steht dir die unendliche Welt der x86 Anwendungen frei – für iOS ein Ding der Unmöglichkeit. Gleiches wie ordentliches Multitasking oder das Anschließen von Peripherie.

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