Mobiles Bezahlen ist für mich momentan ein sehr aktuelles Thema, über das auch viel in meinem Umfeld gesprochen wird. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Apple kürzlich eine eigene Bezahlungsmethode via Smartphone ankündigte. Die Vision dieser innovativen Bezahlungsmethode ist es, den Bezahlvorgang noch bequemer und zeitsparender zu machen. Dennoch scheint die Entwicklung auf diesem Gebiet hierzulande eher in den Kinderschuhen zu stecken.

Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone via NFC

Im Zusammenhang mit Smartphones und mobilem Bezahlen kommt man nicht an der Abkürzung NFC (Near Field Communication) vorbei. Dahinter verbirgt sich eine Übertragungstechnik, bei der per Funk kleine Datenmengen über eine kurze Distanz von etwa 4 Zentimetern übertragen werden. Bezahlen wird damit zeitsparender: Einfach das Smartphone an der Kasse an das Terminal halten – und die Bezahlung ist damit ganz easy erledigt. Allerdings ist für diese Übertragungsmethode etwas Equipment nötig. Du brauchst einen NFC-Sticker auf dem Smartphone bzw. ein NFC-fähiges Gerät und oft außerdem noch eine App. In einigen EC-Karten der Sparkasse wird diese Kurzübertragung ebenfalls schon eingesetzt.

Mobiles Bezahlen mit mpass und MyWallet

Das NFC-Verfahren wird auch von mobilen Bezahldiensten wie mpass genutzt. Dieser Service wurde in Deutschland von den Mobilfunkanbietern O2, Vodafone und der Telekom ins Leben gerufen. Du hast die Wahl aus 3 Bezahlarten:
• Eine kontaktlose Bezahlung per NFC-Sticker, der auf dem Smartphone oder auf der Schutzhülle befestigt ist. Bezahlen kannst du auf diese Art und Weise in Geschäften, die den MasterCard PayPass-Service unterstützen und damit das entsprechende NFC-Terminal besitzen.
• In teilnehmenden Online-Shops zahlst du bequem mit deiner yy-Nummer und mTan.
• Auch mit der virtuellen MasterCard kannst du in Online-Shops bezahlen, die die MasterCard als Zahlungsmittel akzeptieren.
Ergänzend dazu gibt es noch eine App, die noch einige Bequemlichkeiten liefert wie “Geld senden” oder Übersichten über die Zahlungsvorgänge. Die Abrechnung bei mpass erfolgt über ein System aus Guthaben und Lastschriften, die vom Konto gebucht werden; ungefähr so, wie du es schon bei Paypal kennst.
Zusätzlich zu diesem Dienst versucht die Telekom mit MyWallet den Markt des mobilen Payment in Deutschland zu erobern. Und auch hier finden wir die beliebte NFC-Methode wieder. Bezahlen kannst du mit MyWallet in den Shops der Telekom ebenso wie in etwa 35000 anderen Geschäften z.B. Starbucks, Douglas, Aral und anderen. Außerdem stehen dir weltweit die 1,6 Millionen Akzeptanzstellen von PayPass zur Verfügung.

Wo kann ich per Smartphone bezahlen?

Mit Mobile Payment werden meist nur geringe Beträge bezahlt. Ein typisches Beispiel ist das sogenannte Handy-Parken. Als registrierter Handy-Parker verfüttere ich mein Kleingeld nicht mehr an den Automaten, sondern bezahle entweder über die Smartphone-App oder per Anruf bzw. per SMS an die Service-Nummer des Anbieters. Neben den Parkgebühren werden in der Rechnung jedoch auch Bearbeitungskosten und gegebenenfalls Gebühren für den Anruf, die SMS oder die Internetverbindung fällig. In Österreich zahlt übrigens bereits etwa jeder Dritte von 10 Befragten den Parkschein per Handy (Quelle:
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/wirtschaft/sn/artikel/jeder-dritte-in-oesterreich-nutzt-das-handy-zum-bezahlen-115800/). Deutschland sollte sich ranhalten.
Ähnliche mobile Bezahlmethoden findest du mittlerweile ebenfalls beim Kauf von Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, ebenso wie Zug- und Flugtickets. Inzwischen gibt es auch bei Tankstellen oder in der Gastronomie immer öfter die Icons für PayPass.

Wie sicher ist mobiles Payment?

Die beliebte Zahlungsmethode per NFC gilt als sehr sicher, da sie einerseits durch MasterCard zertifiziert ist und andererseits durch die kurze Distanz von Dritten aus der Entfernung kaum angezapft werden kann. Ab einem Betrag von 25 Euro musst du deine PIN eingeben. Außerdem erfolgt die Datenübertragung in verschlüsselter Form. Problematisch kann es jedoch werden, wenn dein Handy verloren geht oder es gestohlen wird. Du weißt ja nie, ob nicht jemand mit genügend Fachwissen deine gespeicherten Daten herauslesen kann. Hier solltest du in jedem Fall an deine Sicherheit denken. Mehr Infos zu Diebstahlschutz für Smartphones und Sicherheitssoftware gibt es beim Vergleichsportal Netzsieger. In dieser Übersicht haben sie ein paar Schutzprogramme auf ihre Tauglichkeit getestet.

Fazit

Die Bezahlung per Smartphone wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Es gibt zwar einzelne Angebote und Versuche, die Bezahlung via Smartphone zu etablieren. Einen flächendeckenden Standard im mobilen Bezahlen wirst du allerdings bis jetzt vergebens suchen. In der breiten Masse ist das mobile Bezahlen aktuell noch nicht angekommen.

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