Vor einigen Tagen hatte ich bei HP Österreich gefragt: Hey, das Spectre x360 in der 13,3 Zoll Variante kenne ich – ein sehr guter Laptop. Aber ich möchte mir ansehen wie es mit dem 15 Zoll Gerät aussieht. Könnt ihr mir ein Reviewunit schicken? Ein paar Tage später hielt ich den Laptop in den Händen. Meine Eindrücke habe ich in diesem Beitrag festgehalten.

Erster Eindruck

“Mann der ist schwer”, war mein erster Gedanke, als ich den Laptop aus der Verpackung genommen hatte. Der HP Spectre x360 in der 15 Zoll Variante ist das erste 15 Zoll Notebook, das ich so in Händen gehalten habe. Unglaublich aber wahr. Natürlich ist ein 15 Zöller schwerer als seine kleineren Pendants – eh klar. Mit 2 Kilogramm geradeaus ist es um 700 Gramm schwerer als sein kleiner Bruder. Da fällt der Unterschied schnell auf.

Doch das Erste, was einem bei diesem Gerät auffällt ist sein Äußeres. HP hat sich entschieden das Spectre in der 15 Zoll Variante etwas “eigenwillig” einzufärben. Und das meine ich nicht im negativen Sinne. Heutzutage sind alle Laptops in allen Grauvariationen vorhanden und das ist mittlerweile langweilig. Das 15 Zoll Spectre kommt in einem matten Schwarz daher und hat goldene Akzente. Und auch das Logo ist in Gold gehalten. Wirkt absolut edel und fühlt sich natürlich auch so an.

Die Ausstattung

In der Box befindet sich neben dem Laptop auch ein Ladegerät. Wie bei der 13 Zoll Variante, bedient sich HP auch beim größeren Modell des USB-C Steckerstandards. Damit wird nicht nur das Gerät via “Power Delivery” Protokoll geladen, sondern kommuniziert via Thunderbold 3 auch mit der Außenwelt damit. Zusätzlich zum Ladegerät packt HP auch einen Stift dazu! Praktisch, denn Microsoft und Co. verlangen mittlerweile gutes Geld für ihre Stifte..

Eine kleine Überraschung hat HP auch noch parat. So bekommt jeder Spectre Käufer eine schicke Hülle aus Kunstleder kostenlos zu seinem Device dazu. Daumen hoch dafür, denn… wie jeder weiß: Solch eine Hülle kann mitunter einige Euros kosten. Eine sehr tolle Aktion. Gut, wer für einen Laptop knapp 2000€ verlangt, der kann auch eine Hülle dazu legen, liebe Hersteller.

Mein Testmuster ist das stärkste und am besten ausgestattetsteteteete Modell der Spectre 15 Reihe:

  • Intel Core i7-7500U
  • 16GB DDR4
  • 1TB SSD M.2 PCIe/NVMe
  • Grafik: NVIDIA GeForce 940M
  • 15.6″, 3840×2160

Vergleichbare Geräte spielen preislich in einer ähnlichen Liga. Ein Dell XPS 15 (2017) kommt auf einen ähnlichen Preis. Dell verbaut bei seinem Spitzenmodell aber leider nur einen 512 GB SSD, dafür kommt es mit einer Quadcore CPU daher. Diese Liste könnte ewig so fortgeführt werden…

Natürlich gibt es Geräte, die weniger kosten und ähnliche Specs aufweisen. Allerdings muss hier dazu gesagt werden, dass die Verarbeitung des HP erste Klasse und das Display qualitativ hochwertig ist. Bei günstigeren Devices muss man mit Plastikbombern klarkommen.

Auf eine Wartungsklappe muss verzichtet werden. Das Gerät kann zwar aufgemacht werden, jedoch fehlt die Möglichkeit den Ram upzugraden vollkommen. Dieser ist am Mainboard verlötet. Einzig die SSD und der Akku können getauscht werden. So ist es umso wichtiger, dass die Ausstattung vor dem Kauf fixiert wird.

Ein eindeutiger Pluspunkt des Spectre ist die Windows Hello Kamera. Einmal trainiert und schon meldet einen das Device mittels Gesichtserkennung an. Sehr praktisch und ein Feature, das ich nicht mehr missen möchte. So sehr, dass ich mir die Logitech Brio Webcam für meinen Desktop-PC gekauft habe, um dieses gemütliche Feature dort genießen zu können.

Das Display

Alle Spectre x360 15er Gerät kommen mit einem 4k Bildschirm daher. Es ist hell, sodass auch im Freien damit gearbeitet werden kann. Bei direktem Sonnenschein wird es leider etwas schwierig, wobei ich nur davor warnen kann diese Geräte direkter Sonneinstrahlung auszusetzen. Nicht, dass sie schmelzen würden, aber sie sind aus Metall – sie heizen sich sehr schnell auf. Da bei den Geräten die Metallhülle zusätzlich als Kühloberfläche genutzt wird, kann man sich denken, was passiert, wenn die Sonne zusätzlich heizt…

Zurück zum Display. Im Freien kann man damit arbeiten – ganz klar. Natürlich wäre für Menschen ein entspiegelter Bildschirm besser, aber für diese Disziplin gibt es ganz andere Geräte… Der 4K Schirm ist hell und knackig scharf und seit dem Windows 10 Creators Update aus dem Frühling 2017, gibt es mit der Skalierung auch sogut wie keine Probleme mehr. Hier möchte ich aber klassische Win32 Programme ausnehmen – die machen teilweise noch immer Probleme – aber das ist nunmal die Sache mit einer veralteten Plattform, gerade deshalb nehme ich hier fehlerhafte Darstellungen einfach nicht mehr ernst und versuche Alternativen im Store zu finden.

Das Traurige an der Sache ist, dass dieser 15 Zoll Bildschirm eine so hohe Pixeldichte hat, dass mich jedes Mal der Gedanke anwidert, dass ich zurück zu meinen 1920×1200 Bildschirmen meines Desktop-Rechners zurückkehren muss. Hat man sich mal an quasi kantenfreie Darstellung von Text oder Programmen gewöhnt, so ist es nur sehr schwer zu “normalen” Full HD Displays zurückzukehren. In Zukunft werde ich wohl mindestens in 1440p Bildschirme investieren – diese sind mittlerweile relativ bezahlbar geworden.

Die restliche Hardware

Der rest des Gerätes bietet alles, was man für produktives Arbeiten braucht. Von Zwei Thunderbold 3 USB-C Anschlüssen, bis zu einem USB 3.0 USB-A und einem vollen HDMI Ausgang (!) , bietet das Spectre obendrein einen vollwertigen SD-Kartenleser. Wagt man einen Blick ins Apple Lager, so begrüßt einen das Dongle-Life… Nur USB-C Anschlüsse, die Adapter erfordern, das ist mitunter schon sehr mühsam. Vorallem dann, wenn diese auch noch zuhause oder im Büro vergessen werden.

Da es sich beim Spectre x360 um ein 15 Zoll Modell handelt, gibt es links und rechts ausreichend Platz um gute Lautsprecher zu verbauen. Natürlich ersetzen diese keine guten externen Boxen, allerdings ist es schon praktisch, wenn die eingebauten auch nach etwas klingen. Ideal für die eine oder andere Netflix-Session! Sollten dann doch mal Kopfhörer von Nöten sein, so ist natürlich auch ein Kopfhöreranschluss dabei. Eh klar. Irgendwie auch seltsam, das jedes Mal erwähnen zu müssen…

USB-C

Diesem USB-Standardanschluss möchte ich auch noch die eine oder andere Zeile widmen. Wie beim 13 Zoll x360, hat HP auch beim 15 Zoll zwei USB-C Anschlüsse verbaut. Als Laie weiß man natürlich nicht, welcher Standard sich hinter dem Anschluss verbirgt. In dem Fall ist es Thunderbold 3 – dieses ist, mittels Dongle, in der Lage erweitert zu werden. Ergo: Du kannst mit einem Anschluss 4K Bildschirme betreiben, gleichzeitig USB 3.0 USB-Sticks anschließen und einen LAN Anschluss via Adapter nutzen. Grundsätzlich ist das super praktisch.

Das Problem ist aber, dass sich hinter USB-C alles verbergen kann. Von USB 2.0 bishin zu eben Thunderbold 3. Und hier unterscheiden sich die Eigenschaften, was der Port alles kann (nur Datenübertragung,…). Das Schlimme ist zusätzlich, dass der Laptop zwar über den Port geladen werden kann, aber nur spezielle Ladegeräte akzeptiert. Diese brauchen den sogenannten “Power Delivery” Standard – nur so wird der Laptop im laufenden Betrieb geladen. Wird das falsche Ladegerät genutzt, kommt so eine Meldung: 

Nervig! Das passiert übrigens auch mit dem Ladegerät, das in der Lage ist das HP Spectre x360 13 Zoll zu laden… Ergo: Das Ladegerät ist zu schwach. Laien wären damit überfordert und gerade deshalb bin ich ein absoluter Gegner von USB-C, weil es einfach ein furchtbarer “Standard” ist, da nur der Anschluss standardisiert ist, aber nicht, was sich dahinter verbrigt. Das habe ich natürlich auch in einem eigenen Artikel festgehalten.

Allerdings möchte ich an dieser Stelle sagen, dass das nicht die Schuld von HP ist – das ist nunmal USB-C und dieses Problem haben alle Geräte.

Materalien

Das HP Spectre x360 15 ist ein Gerät, das aus einem Gehäuse aus Alu besteht. Sieht natürlich schick aus. Auch, weil es in so einem matten bronze-ähnlichen Farbe gefärbt wurde. Hinzu kommen noch die leicht goldenen Seitenteile. Wunderschön. Ein kleines Manko hat diese Farbe allerdings: Man sieht “fett” sehr schnell. Aber das Problem haben mittlerweile alle modernen Geräte. Meine Empfehlung: Einfach immer ein Mikrofasertuch dabei haben.

Tastatur

Die Tastatur ist, so wie das Tackpad (meiner Meinung nach) eine subjektive Geschichte. Ich komme z.B. mit Chicklet Tastaturen mittlerweile besser klar, als mit den “alten”. Sie fühlen sich besser an, haben einen besseren Druckpunkt und sehen einfach besser aus. Bei der Tastatur hat HP alles richtig gemacht. Bis auf die Leertaste, die ist relativ laut. Aber das zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Spectre-Serie. Das dürfte wohl deren “Signatur” sein, damit man sie überall wieder erkennt 😉

Touchpad

Das Touchpad beim 15er x360 ist aus Glas und in der Gehäusefarbe gehalten. Es tut was es soll, allerdings würde ich mir etwas weniger Widerstand beim drüberfahren wünschen. Es könnte durchaus etwas “flüssiger” sein, wie ich finde. Einen kleinen, zusätzlichen Nachteil hat es auch: HP hat sich entschieden nicht die “Windows Precision Treiber” zu nutzen, sondern die von Synaptics. Da wurden ein paar Punkte verschenkt.

Gut, das ich auch Jammern auf hohem Niveau, da die Windows Touchpad auch mal wirklich schlechtere Zeiten hinter sich hatten.

Leistung

Wie eingangs schon erwähnt: Das Spectre x360 kommt mit einem Intel Core i7-7500u daher. Das ist natürlich schade, denn das Pendant aus dem Hause Dell hat die Quad-Core Variante verbaut. Da schenkt man einige Leistungspunkte her. Der Vorteil der etwas schwächern CPU ist allerdings, dass sie weniger Strom braucht und somit der Akku länger hält. Und Gamen sollte man mit dem Laptop ohnehin nicht, da auch die verbaute Grafikkarte nicht zum Spielen gedacht und geeignet ist. Vielmehr ist sie dazu da zum Anwendungen wie Photoshop oder CAD-Programme zu beschleunigen.

Aber nachdem ich ja zu den “Geeks” gehöre, musste ich natürlich “PUBG” auf dem x360 ausprobieren. Alle Einstellungen auf “Low” gestellt und losgezockt. Bei knapp 30 FPS hat das Ganze natürlich keinen Spaß gemacht…

Bei den für den Laptop gedachten Einsatzzweck, passt die Leistung. Punkt. Photoshop, Premiere Pro, Browsen und zig Browsertabs und Fenster in Windows offen und der Spectre macht keine Probleme. Dabei bleibt der Lüfter relativ entspannt. Nervös wird er allerdings bei Windows Updates oder dem erstmaligen Sync von diversen Clouddiensten. Hier sind aber die Anbieter schuld, die das besser in den Griff bekommen sollten bzw. Microsoft.

Akkulaufzeit

Laptops sind mobile Arbeitsmaschinen. Sie haben den extremen Vorteil, dass sie viel Leistung bei einem geringen Gewicht (verglichen mit ihren Desktop Brüdern und Schwestern) bringen. Mit einem Laptop wird jede Fläche zum Arbeitsplatz. Aber nur solange der Akku mitmacht. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen bei den Laptops. Bei billigen Notebooks ist (nicht nur) der Akku eine ordentliche Schwachstelle und deshalb sollte man sich als Nutzer dort nie viel erwarten.

Bei einem Premium-Gerät, wie es das Spectre in der 15 Zoll Variante definitiv ist, erwarte ich mir herausragende Laufzeiten und ich wurde während meines Tests nicht enttäuscht.

Das Gerät durfte mich während der Testphase bei einem Workshop begleiten. Dieser startete um 9 Uhr und dauerte bis 15 Uhr. Mein Ladegerät hatte ich natürlich nicht mit. Nach diesen 6 Stunden war die Akkuanzeige bei etwas über 50% – beeindruckend, wie ich finde. So könnte das Gerät locker über 10 Stunden, also einen ganzen Arbeitstag, ohne Steckdose aushalten und hätte noch immer Saft für 2 oder 3 Netflix-Folgen!

Fazit

Das Spectre x360-15 habe ich mit gemischten Gefühlen an HP zurückgeschickt. Das HP hat mich verdorben! Der 4K 15 Zoll Bildschirm war und ist einfach eine Sensation und ich habe mich in diesen auch verliebt. Meinen Standard punkto Darstellungsqualität bei Bildschirmen hat es eindeutig nach oben getrieben. Jeder Monitor oder jedes Display, das schlechter auflöst und nicht so knackig scharf daher kommt, macht einfach keinen Spaß mehr. In Zukunft sollte ich wohl nur Devices mit 1080p Bildschirmen reviewen – da kann das nicht mehr passieren 😉

Überzeugend waren auch die Verarbeitungsqualität, die Leistung und natürlich auch der Akku. Leider konnte ich den Stift nicht so nutzen, wie ich das gerne gehabt hätte. Dafür ist das Gerät einfach zu groß als, dass ich es unterwegs umklappen und als “Clipboard” nutzen würde.

Was mich zum nächsten Punkt bringt. Ich bin mir nicht ganz sicher ob solch ein 360 Grad Device in 15 Zoll Sinn macht. In dem Fall würde ich es sogar als Gimmick bezeichnen. Beim kleineren Bruder, der 13 Zoll groß ist, ja – dort macht es durchaus Sinn. Aber bei 15 Zoll? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Ob du das Gerät kaufen sollst? Nun. Ich als Touchscreen-Fan, der auf der Suche nach einem 15 Zoll Laptop ist: Ja! Es macht einfach Spaß.

Danke an HP für die Bereitstellung des Testgerätes. 

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