Streaming weiter auf dem Vormarsch. Microsoft startet Beta von xCloud im Browser

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Egal ob Game-, Audio- oder Videostreaming. Inhalte wandern immer schneller in die Cloud und machen teure und potente Hardware auf- oder unter dem Schreibtisch überflüssig. Doch ehe wir über irgendein Streaming nachdenken können, muss ein für ein fortschrittliches Industrieland Österreich peinliches Problem gesprochen werden: Die verfügbare Bandbreite eines durchschnittlichen Haushaltes.

Das Problem: Die Internet-Geschwindigkeit

Was bringen einem alle möglichen Streaming-Dienste (von Twitch bis YouTube und xCloud), wenn mein Internet zuhause nicht in der Lage ist diese Streams in einer brauchbaren Qualität bei mir zuhause zu liefern. Kennst du überhaupt deine, dir verfügbare Bandbreite? Ein Geschwindigkeitstest auf www.speedcheck.org verrät dir deinen aktuell zur Verfügung stehenden Speed.

Und jetzt verrate ich dir, was man an Geschwindigkeit braucht, wenn eine Person (!) Netflix in FullHD schauen möchte: 5 Megabit. Bei Haushalten, vor allem am Land, sind teils nicht mehr als 10 Megabit möglich. Und in Pandemie-Zeiten, wo Personen von zuhause aus ihrer Ausbildung und ihrem Job nachgehen, stoßen diese Internetleitungen schnell an ihre physikalischen Grenzen! Eine Familie mit zwei Kindern zwischen 15 und 18, die Abends alle im Internet etwas machen möchten – Netflix, YouTube, zocken, streamen… hat dann schnell mit Qualitätseinbußen und diversen anderen Problemen zu kämpfen.

5G der Retter?

An dieser Situation wird sich so schnell nichts ändern. Zwar versuchen vereinzelte Gemeinden die Versorgung selbst in die Hand zu nehmen (Laab im Walde baut sein eigenes Glasfaser-Netz aus und die Einwohner können 1 Gigabit synchron um rund 40€ im Monat buchen), aber diese Anstrengungen können an einer Hand abgezählt werden.

5G soll hier aber Abhilfe schaffen.So werden die Betreiber Drei, Magenta und A1 bis 2023 1700 sogenannte unterversorgte Gemeinden mit schnellem 5G Internet versorgen. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation für diese Orte erheblich verbessert, da der Ausbau von schneller Internet-Infrastruktur massive Standortvorteile bringt. Aber auch Haushalte profitieren davon: Homeoffice und Homeschooling. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Gamestreaming bekommt eine neue Bedeutung

Ist das Internet-Problem mal gelöst, können Themen wie Streaming schneller in den Vordergrund rücken. Ein Dienst wie xCloud lässt die Zeiten des “PC-Masterrace” schnell vergessen, da dafür nur ein “dummer” Computer mit einem Browser, einem Controller und schnellem Internet notwendig ist. Hat man früher darunter noch das Schauen von Streams von anderen Spielern auf Twitch verstanden, können heute

schon jetzt Spiele aus dem Netz direkt auf den Laptop, das Smartphone oder bald auch auf den Fernseher gestreamed werden. Keine Installation oder Updates sind mehr notwendig. Einschalten und loszocken.

xCloud ist ja schon jetzt für Android-Nutzer mittels App verfügbar. Allerdings können iOS Nutzer, dank Apple, nicht auf den Dienst zugreifen. Apple möchte jeden Inhalt der App einzeln prüfen. Bei über 200 Spielen in der Bibliothek, eine mehr oder weniger Verunmöglichung des Dienstes. Oder: Man versucht Gamestreaming weg von der Plattform zu halten um seine eigenen Dienste wie Apple Arcade zu pushen. Überraschung? Nein.

Die Lösung? Ab in den Browser damit!

Schlau sind sie schon, die Damen und Herren der Xbox-Truppe. Um diese unnötige Prüfung der Spiele durch die AppStore-Menschen von Apple komplett zu umgehen, hat Microsoft das gesamte System in den Browser “geschoben”. Das heißt: Es ist keine App mehr notwendig um Spiele von der Cloud auf dem iOS Device zu spielen. Einfach den Controller mit dem Gerät verbinden, die Webseite besuchen, einloggen und loszocken.

Zumindest ist das die Theorie. Derzeit ist es noch nicht möglich als “Otto-Normal” das System im Browser zu nutzen, da es derzeit in einem Beta-Test einer ausgesuchten Personengruppe befindet. Aber, was ist nicht ist, kann ja noch werden. Noch gibt es keine Möglichkeit sich explizit für die Browser-Beta anzumelden. Menschen, die schon jetzt in den 22 Ländern Zugriff auf xCloud haben, werden via E-Mail zum Test eingeladen, wie Microsoft in ihrem Blog schreibt.

Der Kreis schließt sich: Vorraussetzungen für das Gamestreaming

Wo wir wieder beim Beginn des Beitrages angelangt werden. Damit ein Spiel in 720p gestreamed werden kann, braucht man einen 10 Megabit schnellen Anschluss – mindestens. Denn, sobald sich eine zweite Person im Netzwerk befindet und dort etwas auf YouTube und Co. schaut, so bricht die Bandbreite schnell zusammen… Hinzu kommt noch, dass man kein Datenlimit haben sollte, denn xCloud produziert ganz schön viel Datentransfer. Eine Stunde zocken bei 720p erzeugt mehr als 2,3 Gigabyte in der Stunde!

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